Der wichtigste Lebensraum: Ehe und Familie

Manfred Spieker

Jedes Land hat ein vitales Interesse, „diejenigen privaten Lebensformen besonders auszuzeichnen, zu schützen und zu fördern, welche Leistungen erbringen, die nicht nur für die Beteiligten, sondern auch für die übrigen Gesellschaftsbereiche notwendig sind“. Die Lebensform, von der hier im 5. Familienbericht der Bundesregierung (1994) die Rede ist, ist die Ehe und die aus ihr hervorgehende Familie. Seit Jahrhunderten werden Ehe und Familie in sehr verschiedenen politischen Systemen, in verschiedenen Kulturen und Religionen moralisch wie rechtlich geschützt, gefördert und privilegiert, weil sie nicht nur den Wünschen der beteiligten Personen entsprechen, sondern der ganzen Gesellschaft Vorteile bringen.  Aus soziologischer Sicht haben sie, so dieser Familienbericht, eine gesellschaftliche Funktion, aus ökonomischer Sicht produzieren sie positive externe Effekte. Was sind diese Funktionen von Ehe und Familie für die Gesellschaft? Weiterlesen

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Eine staatliche Ordnung „Im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und den Menschen“

Werner Münch, Ministerpräsident a.D.

1. Einleitung

der diesjährige Kongress „Freude am Glauben“ steht unter der Fragestellung „Was gibt dem Menschen Hoffnung für die Zukunft?“ Nach dem Eröffnungsreferat durch Herrn Erzbischof Burger ist es jetzt meine Aufgabe als Politikwissenschaftler, eine staatliche Ordnung „im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und den Menschen“ zu beschreiben und Folgerungen daraus abzuleiten. Dabei befasse ich mich zuerst mit dem Thema Verfassung und Gottesbezug und danach mit der Situation in Politik, Gesellschaft und Kirche anhand dreier ausgewählter Themenbereiche. Ich beginne mit dem Thema:
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Demo abgesagt!

 

Wegen Attentaten in München sagen wir Weckruf-Demo am 24.7. in München ab! Bitte weiterverbreiten!

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Weckruf-Demo am So. 24. Juli 14 Uhr in München »Stoppt Gender und „Sexualpädagogik der Vielfalt“ in Bayerns Schulen!«

Über 16.000 Mails gegen »Gender und „Sexuelle Vielfalt“ ab 2016/17 auch an Bayerns Schulen« sind bereits bei Ministerpräsident Horst Seehofer und Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle eingegangen. Trotz dieses wachsenden Widerstandes sollen – wie jetzt von einer Presseagentur zu erfahren war – die neuen Sexualerziehungsrichtlinien in Kürze veröffentlicht und damit verbindlich werden. Dem widersprechen wir energisch. Wir fordern, daß der jetzige Richtlinien-Entwurf entweder grundlegend geändert oder verworfen wird und die alten Richtlinien von 2002 in Kraft bleiben. Um dem bayerischen Kultusminister zu zeigen, wie ernst es uns damit ist, rufen wir kurzfristig auf zu einer

Weckruf-Demo in München: Stoppt Gender und „Sexualpädagogik der Vielfalt“ in Bayerns Schulen!

Wann: Sonntag, den 24. Juli 2016, um 14 Uhr

Wo: Elisenstraße 1 (Justizpalast) in München

Anmeldung, wichtige Infos und kurzfristige Änderungen: Hier.

Es bleibt uns nur wenig Zeit. Deshalb müssen wir die Werbetrommel jetzt ordentlich rühren. Bitte verbreiten Sie den Termin via Facebook oder verteilen Sie unseren Ankündigungs-Flyer, den Sie mit einer Mail an kontakt@demofueralle.de unter Angabe der Stückzahl und Ihrer Adresse bestellen können.

Auf einer offiziellen Fortbildung für bayerische Lehrer und Lehramtsstudenten in der Uni Erlangen, die im Februar dieses Jahres stattfand, waren alle führenden Köpfe der „modernen Sexualpädagogik“ wie Prof. Uwe Sielert, Prof. Elisabeth Tuider und Prof. Stefan Timmermanns als Referenten und Workshopleiter vertreten. Aus deren Feder stammt auch das umstrittene Methodenbuch „Sexualpädagogik der Vielfalt“, dessen inzwischen einschlägig bekannte Übungen Inhalt eines der Workshops waren. Unglaublich! Während das Kultusministerium kritischen Eltern weiszumachen versucht, es sei ja alles gar nicht so schlimm, sitzen hinter den Kulissen die Gender- und Vielfalts-Ideologen längst im Boot.

Dagegen müssen wir kurz vor den Sommerferien deutlich Flagge zeigen. Bitte machen Sie mit!

Mit herzlichen Grüßen, Ihre

Hedwig von Beverfoerde

PS:. Bitte helfen Sie, die Kosten für diese wichtige Demo in München (Bühne, Tontechnik, Videoaufzeichnung, usw.) zu tragen: Hier oder direkt bei PayPal.

DEMO FÜR ALLE · Koordinatorin: Hedwig Freifrau von Beverfoerde
Münchenhofstr. 33 · D-39124 Magdeburg
Spendenkonto IBAN: DE80 8105 4000 0505 0117 51 · BIC: NOLADE21JEL
www.demofueralle.de
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Auch in Europa gilt: „Der Mensch lebt nicht von Brot allein!“

Am Donnerstag, den 23. Juni haben die Briten darüber abgestimmt, ob sie weiterhin in der Europäischen Union (EU) bleiben, oder austreten wollen. Das Ergebnis ist bekannt. Sie haben bei einer hohen Wahlbeteiligung von 72% zu 51,9% für den Austritt gestimmt. „Im Kern“ – so der Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ, 25.6.16) Walter Roller – „jedoch spiegelt das Ergebnis jene Stimmung wieder, die in weiten Teilen der EU herrscht und sich aus zwei Quellen speist: dem Misstrauen gegenüber den Eliten aus Politik und Wirtschaft und dem Unbehagen an einer gleichmacherischen EU, die ohne hinreichende demokratische Legitimation über die Köpfe der Menschen hinweg regiert“. Weiterlesen

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Unzeitgemäße Überlegungen zum Sport

Der Sport hat viele Gesichter. Er hat auch ein hässliches Antlitz. Fernsehzuschauer konnten das bei den Europameisterschaften im Fußball erleben. Wer am 12. Juni die Abendnachrichten sah, konnte Hooligans sehen, die einen wehrlos am Boden Liegenden mit Fußtritten und mit einem Stuhl traktiert haben. Das war in Marseille. Von anderen Städten wurden ähnliche Brutalitäten berichtet. Wenn die Veranstalter solcher Sportevents friedliche Zuschauer, die in die Privatkriege von gewaltbereiten Club-Fans hineingezogen werden, nicht mehr schützen können, sollten sie vom Staat, dem die Sicherheit der Bürger aufgetragen ist, verboten werden. Wir erleben sonst eine Rebarbarisierung. Sie ist auch in einer Gesellschaft möglich, die mit Messer und Gabel isst und sich viel auf ihre fortschrittliche Verfassung einbildet, sie aber nicht mehr ganz praktiziert, wie die Mißachtung des Rechts auf Leben, z.B. durch  Abtreibung  beweist. Weiterlesen

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Die Hartnäckigkeit der Tabus verhindert ein Umdenken

Die Augsburger Allgemeine Zeitung behandelt in drei Beiträgen „Studie facht Streut um Rentenalter an“, „Baustelle Rente“, „Ohne Sorgen alt werden“ der Ausgabe des 14. Juni 2016 das Thema Rentenalter. In keinem wird die Ursache , nämlich die zu geringe Zahl der geborenen Kinder als Grund der Misere angesprochen. Die verdrängte Wahrheit schreckt auf. Die Hartnäckigkeit der Tabus verhindert ein Umdenken. Der Verschiebebahnhof führt zu einer Inflation an Vorschlägen: „Rente mit 70“, „Rente mit 67+“ etc.. Der AZ-Beitrag „Studie facht Streit um Rentenalter an“ sagt: Die Rente mit 67 ist möglicherweise nur eine Etappe auf dem Weg zu deutlich längeren Arbeitszeiten: Ohne weitere Reformen droht nach einer Studie des Prognos-Instituts im Auftrag der Deutschen Versicherungswirtschaft bis zum Jahr 2040 ein Anstieg der Beitragssätze von gegenwärtig 18,7 auf 23,7% und ein weiteres Absinken des Rentenniveaus von 48,1 auf nur noch 41,7% eines Durchschnittslohns. Weiterlesen

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Die „Macht“ der kleinen Herde

Wir leben in unsicheren Zeiten. Niemand kann garantieren, wie es in Gesellschaft, Politik oder auch in der Kirche weitergehen wird. Was auf uns zukommen kann darf uns dennoch nicht überraschen, weil wir die Garantie vom Herrn haben: „Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt“! Wir sollten aber zum Realismus zurückkehren, dass es keine menschlichen Sicherheiten gibt. Jesus erzählt uns die Geschichte von einem Mann, der meinte er hätte für einige Jahre vorgesorgt. Er wurde aber jäh aus seiner Sicherheit herausgerissen. Die Parabel lautet:

„Das Land eines Reichen warf üppigen Ertrag ab; Da überlegte er und sagte: Was soll ich nun tun? Es fehlt mir der Raum, um all meine Frucht aufzuspeichern! Und er sagte: So will ich’s machen: Ich will meine Scheune abbrechen und eine größere bauen, um darin meine ganze Ernte und meine Vorräte aufzuspeichern; Dann kann ich mir sagen: Nun, Seele, hast du einen reichen Vorrat an Gütern daliegen, auf viele Jahre! Ruhe dich aus, iss und trink und lass es dir wohl sein! – Gott aber sprach zu ihm: Du Tor, noch heute wird dir die Seele abgefordert!“ Lk 12. Kapitel 16-20

Es ist verständlich, dass wir uns absichern möchten z.B. gegen Krankheit, Invalidität, Arbeitslosigkeit, Unfälle. Gegen diese und noch andere Risiken gibt es Versicherungen. Aber diese Versicherungen schützen uns nicht wirklich vor Krankheit oder Unfällen etc.. Sie mildern allenfalls ihre Folgen ab.

Der Gutsbesitzer in der Parabel, die uns Jesus erzählt, hatte gewiss ein großes Gesinde und eine Menge Leute, die seine Befehle ausführten. Er hatte Macht über sie. Wenn aber diese Macht wegfällt gibt es auch die Sicherheiten, die damit verbunden sind, nicht mehr.

Von der Gefangennahme Jesu wissen wir, als er sich in die Hände der Knechte der Hohen Priester begeben hatte und scheinbar machtlos geworden war, liefen alle Jünger davon. Viele ehemals Mächtige haben schon ähnliche Erfahrungen gemacht. Heinrich Trimmel erzählt uns in seinem Buch „Gott erhalte – Biographie einer Epoche“ eine Episode vom Ende des ehemals mächtigen Habsburger Reichs:

„Ehe die Majestäten Schönbrunn verließen, gingen sie mit den Kindern auf den Chor der Schlosskapelle, um zu beten… Dann verließen die Majestäten zusammen mit ihren Kindern die leer gewordenen Räume. Die Türsteher, die Gardisten, die Gendarmen, die militärischen Posten, sie alle hatten sich davongemacht. Buben in Uniform aus der Militärakademie von Wiener Neustadt, keine vereidigten Soldaten, sondern begeisterte Jugend, stellten die letzten Wachen“.

Manche sehen auch die katholische Teilkirche in Deutschland als eine mächtige Institution an. Sie denken evtl. dabei an 24 Mio. registrierte Katholiken, an das Kirchensteueraufkommen von rund 5 Mrd. Euro, an die gewaltigen Ordinariats-Apparate, an die rund 700.000 kirchlichen Mitarbeiter, an mitgliederstarke Organisationen wie BDKJ, Katholischer Frauenbund, etc.. Nimmt man diese Quantitäten unter die Lupe, dann schrumpft dieser aufgeblasene Luftballon bis zur Unkenntlichkeit zusammen. Denn von den 24 Mio. Katholiken gehen am Sonntag weniger als 10% zur Kirche. Nimmt man den geforderten sakramentalen Mitvollzug hinzu – mindestens einmal im Jahr zur Beichte, das sind rund 1% – dann reduziert sich „diese Macht“ auf die Größe einer Sekte! Wie viele der Katholiken zur Kirche stehen, wenn Nachteile oder sogar Verfolgung mit der Mitgliedschaft verbunden sind, ist jedenfalls sehr unsicher. Tatsächlich handelt es sich um eine kleine Herde, die aber Licht auf dem Berg und Salz der Erde sein kann.

Wie eine klein gewordene Herde in der Gesellschaft dennoch Zeichen setzen kann, zeigt der Beitrag „Anregung der kleinen Herde“ in der Tagespost vom 9.4.2016. Ein junger Deutscher, der an der Universität Lyon studiert hat, schildert uns das. Er spricht zunächst von einer „kleinen Herde, die unsichtbar ist in einer Gesellschaft, die mit dem Christentum abgeschlossen hat“. Dann weiter: „allerdings durfte ich in den vergangenen drei Jahren einen Umschwung erleben, der bis heute nachwirkt. Gael Brustier, ein Soziologe, hat es denn ‚rückwärtsgewandten Mai 68“ genannt. Am 17. November 2012 fand in Lyon die erste Demonstration gegen das sozialistische Gesetzesvorhaben zur Homo-Ehe statt. Niemand hatte damit gerechnet, dass viele Leute kommen würden. Dieses Mal kam es anders und irgendwie waren alle, nicht nur die Politiker und Journalisten, sondern zuallererst die Katholiken selbst überrascht. Der Katholizismus lebte, er trat ohne Komplexe auf und trug erstmals einen Konflikt mit den Mächtigen aus. Motiviert durch das Engagement der Laien trauten sich endlich ein paar Bischöfe, ihre Meinung in den Medien und in einer vom Druck der Straße erzwungenen Anhörung vor einer Parlamentskommission zu äußern. Die symbolische Bedeutung dieser Auseinandersetzung ist nicht zu unterschätzen: Die ‚kleine Herde‘ lässt sich nicht einfach so in die Welt der politisch-medialen Eliten führen. Der politische Umgang mit der ‚Manif pour tous‘ (Demo für alle) entlarvte die Arroganz der Macht und enthüllte die ideologischen Scheuklappen der Medien. Auch wenn diese Massenbewegung das Gesetz nicht verhindern konnte, wurde deutlich, in welchem Ausmaß die vorgebliche Neutralität von Staat, Institutionen und Journalisten eine antichristliche Schlagseite hat.“

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Auftrag und Chance

Zum Ad-Limina-Besuch der Deutschen Bischöfe bei Papst Franziskus
vom 16. bis 20. November 2015

Die Bischöfe der Teilkirchen besuchen turnusgemäß alle fünf Jahre die Apostelgräber in Rom und den Nachfolger des heiligen Petrus. Das gibt dem Papst die Möglichkeit, den Zustand der Ortskirche anzusprechen und sie, wenn notwendig, auf die eigentlichen Ziele auszurichten. Die Bischöfe der deutschen Ortskirche hatten im November 2015 ihren Ad-Limina-Besuch in Rom. Der Heilige Vater zeigte sich über die Kirche in Deutschland außerordentlich gut informiert und konnte die Gesamtsituation sehr konkret darstellen.
Nachdem Franziskus auf die „außergewöhnlichen Zeitumstände“ mit den hunderttausenden Kriegsflüchtlingen hingewiesen und die „große Unterstützung, der Kirche in Deutschland durch die vielen Hilfsorganisationen für die Menschen in aller Welt“ erwähnt hatte, kam er auf die innere Befindlichkeit der Kirche in Deutschland zu sprechen, die er als eine dahinsiechende und absterbende Kirche beschrieb. Sie sei zwar „überall im sozialen und caritativen Bereich professionell engagiert“ und „auch im Schulwesen überall aktiv“. Aber Franziskus machte deutlich, dass darauf zu achten ist, „dass in diesen Einrichtungen das katholische Profil gewahrt bleibt“. Denn nur dann „sind sie ein nicht zu unterschätzender positiver Faktor für den Aufbau einer zukunftsfähigen Gesellschaft“. Diese kirchlichen Einrichtungen waren noch einmal gemeint, als Franziskus forderte, „dass die Strukturen der Kirche alle missionarischer werden müssen“.
Hier werden sich die Katholiken in Deutschland daran erinnern, dass die Bischofskonferenz auf ihrer Frühjahrsversammlung am 27.4.2015 mehrheitlich die Weichen in die ganz andere Richtung gestellt hat, obwohl das Bundesverfassungsgericht am 20.11.2014 die kirchlichen Rechte bezgl. der Einforderung der bisherigen Loyalitätsverpflichtungen festgestellt hatte, dass die Kirche von ihren Mitarbeitern verlangen kann, dass diese den kirchlichen Glauben teilen und die kirchlichen Moralvorstellungen auch persönlich einzuhalten haben. Statt dessen hat sich die Kirche in Deutschland sich dafür entschieden, ihre Einrichtungen dem Geist der Zeit anzupassen. Nun geht es aber nach Papst Franziskus nicht darum, dass die Kirche mit ihren mehr als 700.000 Mitarbeitern nach dem Staat der größte Arbeitgeber bleibt, sondern dass ihre Einrichtungen der eigentlichen Aufgabe treu bleiben und „missionarischer werden“. Diesem Ziel dient wahrlich nicht die Liberalisierung des kirchlichen Arbeitsrechts.
Papst Franziskus nannte danach die fehlende Vitalität und missionarische Kraft ohne Umschweife beim Namen: Den Rückgang des sonntäglichen Gottesdienstbesuches – er liegt unter 10%, 1950 waren es 50,2% – . Die „Erosion der Katholischen Kirche in Deutschland“ zeige sich weiter, dadurch, dass „die Sakramente werden immer weniger in Anspruch genommen. Die Beichte ist vielfach verschwunden. Immer weniger Katholiken lassen sich firmen oder gehen das Sakrament der Ehe ein. Die Zahl der Berufungen für den Dienst des Priesters und für das Gott geweihte Leben haben drastisch abgenommen“. Weiterlesen

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Pflichten der Familienmitglieder füreinander

Die Achtung der Kinder vor den Eltern [Kindesliebe, pietas filialis] entspringt der Dankbarkeit gegenüber denen, die ihnen das Leben geschenkt und durch ihre Liebe und Arbeit ihnen ermöglicht haben, an Größe, Weisheit und Gnade zu wachsen. „Ehre deinen Vater von ganzem Herzen, vergiß niemals die Schmerzen deiner Mutter! Denk daran, daß sie dir das Leben gaben. Wie kannst du ihnen vergelten, was sie für dich taten?“ (Sir 7, 27-28).

Quelle

Die Eltern sind die Erstverantwortlichen für die Erziehung ihrer Kinder. In erster Linie erfüllen sie diese Verantwortung, indem sie ein Zuhause schaffen, wo Zärtlichkeit, Vergebung, gegenseitige Achtung, Treue und selbstlose Dienstbereitschaft herrschen. Die Erziehung zu den Tugenden beginnt zu Hause. Hier müssen die Kinder Opferbereitschaft, gesundes Urteil und Selbstbeherrschung lernen, die Voraussetzung zu wahrer Freiheit sind. Die Eltern sollen die Kinder lehren, „die materiellen und triebhaften [Dimensionen] den inneren und geistigen“ unterzuordnen (CA 36). Die Eltern haben die große Verantwortung, ihren Kindern ein gutes Beispiel zu geben. Wenn sie ihre Fehler vor ihnen eingestehen können, werden sie eher imstande sein, sie zu leiten und zurechtzuweisen.

„Wer seinen Sohn liebt, hält den Stock für ihn bereit, damit er später Freude erleben kann. Wer seinen Sohn in Zucht hält, wird Freude an ihm haben“ (Sir 30,1-2). „Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Weisung des Herrn!“ (Eph 6,4).

Quelle

Die christliche Familie ist der erste Ort der Erziehung zum Gebet. Auf der Grundlage des Sakramentes der Ehe ist die Familie „Hauskirche“, in der die Kinder Gottes „als Kirche“ beten und im Gebet verharren lernen. Besonders für die kleinen Kinder ist das tägliche Gebet der Familie das erste Zeugnis für das lebendige Gedächtnis der Kirche, das durch den Heiligen Geist geduldig geweckt wird.

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Familie und Gesellschaft

Ehe und Familie sind für die Gesellschaft (Staat und Kirche) von fundamentaler Bedeutung. Papst Bendedikt XVI nennt Ehe und Familie den „Kern jeder Sozialordnung“. Papst Franziskus spricht von der Ehe als vom „Meisterwerk der Schöpfung“.

Das sagt die Lehre der Kirche zu Familie mit Gesellschaft:

„Manche Gesellschaften, so die Familie und der Staat, entsprechen unmittelbar der Natur des Menschen; sie sind für ihn notwendig. Um die Beteiligung möglichst vieler am gesellschaftlichen Leben zu fördern, ist die Schaffung von „Verbänden, Vereinigungen, Einrichtungen mit wirtschaftli- cher, kultureller, unterhaltender, sportlicher, beruflicher und politischer Ziel- setzung sowohl im nationalen Raum wie auf Weltebene“ (MM 60) zu fördern. Diese Sozialisation gründet auch auf der natürlichen Neigung der Menschen, sich zusammenzuschließen, um Ziele zu erreichen, welche die Kräfte der Einzelnen übersteigen. Sie bringt die Anlagen der Person, insbesondere ihren Unternehmungsgeist und ihren Sinn für Verantwortung zur Entfaltung und hilft, ihre Rechte zu gewährleisten.“

Quelle

„Die christliche Familie ist eine spezifische Darstellung und Verwirklichung der kirchlichen Gemeinschaft. Sie kann und muß deshalb auch „Hauskirche“ genannt werden“ (FC 21) [Vgl. LG 11]. Sie ist eine Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe; wie im Neuen Testament angedeutet wird [Vgl. Eph 5,21-6,4; Kol 3,18-21; 1 Petr 3,1-7.], kommt ihr in der Kirche eine einzigartige Bedeutung zu.“

Quelle

„Die Familie ist die Urzelle des gesellschaftlichen Lebens. Sie ist die natürliche Gemeinschaft, in der Mann und Frau zur Hingabe der Liebe und zur Weitergabe des Lebens berufen sind. Die Autorität, die Beständigkeit und das Gemeinschaftsieben innerhalb der Familie bilden die Grundlage von Freiheit, Sicherheit und Brüderlichkeit innerhalb der Gesellschaft. Die Familie ist die Gemeinschaft, in der man von Kind auf lernen kann, die sittlichen Werte zu achten, Gott zu ehren und die Freiheit richtig zu gebrauchen. Das Familienleben ist eine Einübung in das gesellschaftliche Leben.“

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Pflichten der Familienmitglieder

„Die Achtung der Kinder vor den Eltern [Kindesliebe, pietas filialis] entspringt der Dankbarkeit gegenüber denen, die ihnen das Leben geschenkt und durch ihre Liebe und Arbeit ihnen ermöglicht haben, an Größe, Weisheit und Gnade zu wachsen. „Ehre deinen Vater von ganzem Herzen, vergiß niemals die Schmerzen deiner Mutter! Denk daran, daß sie dir das Leben gaben. Wie kannst du ihnen vergelten, was sie für dich taten?“ (Sir 7, 27-28).

Die Kindesliebe zeigt sich in Folgsamkeit und wahrem Gehorsam. „Achte, mein Sohn, auf das Gebot deines Vaters, mißachte nicht die Lehre deiner Mutter! … Wenn du gehst, geleitet sie dich, wenn du ruhst, behütet sie dich, beim Erwachen redet sie mit dir“ (Spr 6,20-22). „Ein weiser Sohn ist die Frucht der Erziehung des Vaters, der zuchtlose aber hört nicht auf die Mahnung“ (Spr 13,1).

Solange das Kind bei den Eltern wohnt, muß es jeder Aufforderung der Eltern gehorchen, die seinem eigenen Wohl oder dem der Familie dient. „Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in allem; denn so ist es gut und recht im Herrn“ (Kol 3,20) [Vgl. Eph 6,1. ]. Die Kinder haben auch den vernünftigen Vorschriften ihrer Erzieher und all derer zu gehorchen, denen sie von den Eltern anvertraut wurden. Falls jedoch das Kind im Gewissen überzeugt ist, daß es unsittlich wäre, einem bestimmten Befehl zu gehorchen, soll es ihm nicht Folge leisten.

Auch wenn sie größer werden, sollen die Kinder ihre Eltern weiterhin achten. Sie sollen ihren Wünschen zuvorkommen, ihren Rat suchen und ihre gerechtfertigten Ermahnungen annehmen. Die Pflicht, den Eltern zu gehorchen, hört mit der Volljährigkeit der Kinder auf, doch schulden sie ihnen für immer Achtung. Diese wurzelt in der Gottesfurcht, einer der Gaben des Heiligen Geistes.“

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„Die christliche Familie ist der erste Ort der Erziehung zum Gebet. Auf der Grundlage des Sakramentes der Ehe ist die Familie „Hauskirche“, in der die Kinder Gottes „als Kirche“ beten und im Gebet verharren lernen. Besonders für die kleinen Kinder ist das tägliche Gebet der Familie das erste Zeugnis für das lebendige Gedächtnis der Kirche, das durch den Heiligen Geist geduldig geweckt wird.“

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„Manche Menschen heiraten nicht, um für ihre Eltern oder Geschwister zu sorgen, sich intensiver einem Beruf zu widmen oder aus anderen achtenswerten Beweggründen. Sie können zum Wohl der Menschheitsfamilie.“

Quelle

„Die Ehescheidung ist auch deshalb unsittlich, weil sie in die Familie und in die Gesellschaft Unordnung bringt. Diese Unordnung zieht schlimme Folgen nach sich: für den Partner, der verlassen worden ist; für die Kinder, die durch die Trennung der Eltern einen Schock erleiden und oft zwischen diesen hin- und hergerissen werden; für die Gesellschaft, für die sie aufgrund ihrer ansteckenden Wirkung zu einer tiefen Wunde wird.“

Quote

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Zeugnis der Eheleute Julia 27 Hausfrau und Sven 31 Sicherheitsdienst, seit 2 Jahren verheiratet

Julia: Wir kannten uns schon 5 Jahre als Kollegen bei der freiwilligen Feuerwehr, hatten aber nicht viel miteinander zu tun, bis zu dem Tag, an dem in unserer Stadt eine der katholischen Kirchen brannte. Nachdem einige Feuerwehrleute verletzt wurden und ich nicht gefunden wurde, war es Sven, der  sich auf die Suche machte. Das brennende Kirchengebäude hat uns zusammen gebracht.

Sven ist aus einer konfessionell gemischten und nicht praktizierenden Familie, wie es heute so oft ist. Ich (Julia) bekam die Grundlagen des Glaubens und den hohen Stellenwert der Heiligen Messe von meiner Mutter vermittelt. Heute sind wir beide in der Kirche aktiv. Am Anfang musste Sven ganz langsam in diese für ihn fast unbekannte Welt hineinwachsen. Auch dass ich warten wollte bis zur Ehe war ihm zuerst fremd, aber aus Liebe und auch durch den stärker werdenden Glauben wurde es immer leichter. Heute sind wir beide froh über diese Zeit und das Verzichten können. Es zeigt und stärkt unsere Liebe und Geistige Einheit ebenso wie die körperliche Vereinigung auf ihre Weise.

Sven: Natürlich gibt es Höhen und Tiefen, besonders wenn die Belastung durch meine Arbeit hoch ist, z.B. wenn viel kurzfristiges Einspringen, Nachtschicht und Wochenendarbeit das Familienleben zerreißen. Manchmal können aber ein paar Minuten – lieber einige Stunden – einfach beisammen sein, miteinander reden und ein Glas Rotwein alles wieder ausgleichen.

Unser Glaubensleben holt uns immer wieder aus dem grauen Alltag. Viele können sich die Arbeitsbelastung nicht vorstellen. Die Arbeit kann manchmal sogar alle Gottesdienstzeiten am Samstag und Sonntag unmöglich machen, dann bleibt uns nur eine Werktagsmesse. Früher haben wir nur zum Essen Gebetet, jetzt haben wir viele Ausdrucksformen für unser Gebet im Alltag, in Notlagen oder in dankbaren Zeiten, so wie zu der Zeit als ich den Führerschein gemacht hab und fest eingestellt wurde.

Julia: Wir wünschen uns Kinder. Leider muss ich zur Zeit noch Hormonmedikamente nehmen. Ich hoffe aber dass das einmal vorbei ist, oder ich trotzdem schwanger werden kann. Ich würde auf jeden Fall drei Jahre daheim bleiben und später auch keinen Ganztagsplatz in der Kita wollen. Auch wenn wir schon Kinder hätten, Abtreibung oder Verhütung käme für uns nie in Frage. Ich denke da an ein kleines Herz das schlägt und leben will. Mich hat es geprägt früher bei Ministrantenschulungen und später als Gruppenleiterin für andere Verantwortung zu übernehmen. Das möchte ich den jüngeren und vielleicht eigenen Kindern auch vermitteln.

Von der Kirche wünsche ich mir, dass sie auch weiterhin lehrt, Verantwortung zu übernehmen. Die Ehe- und Morallehre muss dazu nicht geändert werden. Im Gegenteil, es ist notwendig sie besser zu erklären, jedenfalls für alle die sich dafür interessieren. Den Anderen, denen das nix wert ist, wird sie mit keinem Entgegenkommen zu einem echten Ehe- oder Glaubensleben motivieren.

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Zeugnis der Eheleute Cindy 23 Sportlehrerin und Wolfgang 33 selbstständiger Gastronom, seit einem Jahr verheiratet

Ehepaare, die ihr gemeinsames Leben an Christus und der Lehre der Kirche ausrichten wollen, berichten:

Wolfgang: Wir kennen uns seit 7 Jahren, durch ICQ. (Textnachrichten im Internet). Durch eine glückliche Fügung konnte Cindy mir gleich vertrauen, jedenfalls erlebe ich sie sonst viel zurückhaltender.

Cindy: Bei unserer Verlobung war ich erst 18 und heute sind wir beide froh, dass wir uns noch Zeit gegeben haben. Bis vor 2 Jahren war ich noch evangelisch und früher auch kein Kirchgänger. Dass Wolfgang von Hause aus gut katholisch ist und das auch offen zeigt hat mich erst abgeschreckt aber dann auch immer mehr fasziniert. Er ist erst die weite Strecke immer zu mir gefahren, da hab ich nur ihn erlebt, später kam ich auch zu ihm nach Hause und habe auch seine Freunde und die Heilige Messe erlebt. Die erste war heftig, das war gleich eine Priesterweihe im Dom, ich hatte keinen Platz und war eine Zeit lang auf dem Steinboden gekniet. Verstanden hab ich das noch nicht, aber dass Gott da wirkt hab ich gespürt und irgendwie auch dass ich das auch glaube. Nur hatte ich keine Lust auf Gebote ect. Ich hatte noch keine Liebe zum Glauben und zur Hl. Messe. Eigentlich hat mich die Werktagsmesse in unserem Dorf so richtig gepackt. Wir sind das einzige so junge Paar dort, aber das macht nichts

Wolfgang: In manchen Dingen hatten wir schon immer die gleichen Voraussetzzungen, obwohl Cindy sie aus ihrem evangelischen Elternhaus mitbekommen hat: Wir wollten beide Treue, mehrere Kinder und bis zur Ehe warten. Ich musste meinen Glauben auch erst prüfen und festigen. Dabei halfen mir die Gespräche mit Andreas – einem jungen Priester – und auch einer freikirchlichen Berufsschullehrerin. Ich hätte auch eine evangelische Frau geheiratet, aber klar war: nur wenn sie die katholische Erziehung der Kinder unterstützt. Wir wünschen uns Kinder, aber ein bisschen Zeit um das berufliche Fundament zu legen wäre als selbstständiger auch nicht schlecht. Ich habe da Gottvertrauen und so wie er es einrichtet ist es gut.

Cindy: Unser Glaube ist in der Ehevorbereitung 2012 bis 2014 sehr gewachsen, besonders durch die Exerzitien für Brautpaare. Wir haben uns dabei konkret vorgestellt wie das Eheleben sein würde. Der Pater hat alles begründen und unsere Fragen zu Beziehung, Partner und Kinder aus dem Glauben erklären können. Er hat uns „bewiesen“ wie es mit dem Glauben geht und dass es ohne viel schwieriger ist, eine gute Ehe zu gründen. Ich kannte das alles nicht, aber für Wolfgang war klar, dass es für ihn nicht anders in Frage kommt. Vor einiger Zeit sind wir auf NER (Natürliche Empfängnis Regelung nach Prof. Dr. Rötzer) aufmerksam geworden und probieren das aus. Ich finde es gut weil es natürlich ist und sinnvoll.

Wolfgang: Es hilft den anderen nicht als Objekt zu sehen und stärkt die Partnerschaft.

Cindy: Unsere Ehe ist Gott sei Dank so geworden wie wir es uns erhofft hatten, fast noch besser. Die Sicherheit die wir in der Ehe spüren durch den gemeinsamen Glauben und den Partner selbst kann uns niemand nehmen. Es geht nicht mehr ohne.

Wolfgang: Natürlich muss man sich auch gegenseitig aushalten. Wir verstehen uns jeweils als Hilfe für den Partner. Wir sprechen über Schwierigkeiten und innere Beweggründe. Nicht schimpfen, sondern Gründe erfragen und durch Liebe den anderen positiv verändern. Das ist der Weg zur Heiligkeit, wie uns Papst Johannes Paul II. als Jugendliche beim Weltjugendtag zugerufen hat oder auch den Paaren in seiner „Theologie des Leibes“

Cindy: Man sieht sich selbst nicht gut. Das übernimmt der Andere. Wir motivieren uns auch gegenseitig: Komm auf zur Hl. Messe, komm lass uns beten.

Wolfgang: Wir versuchen 3x täglich zu beten und 2x pro Woche zur Hl. Messe zu kommen. Einmal möchten wir auch mit dem Fahrrad den Jakobsweg machen.

Ich wünsche mir, dass alle Bischöfe gemeinsam hinter uns stehen und uns so unterstützen den Glauben zu leben.

Cindy: Ich wünsche mir, dass besser und öfter erklärt wird, was Liebe und Ehe bedeuten. Weniger über irgendwelche neuen Forderungen, sondern über das Eigentliche soll es Information und Predigten geben. Die Priester sollen lehren, das normale katholische Leben zu begründen, das würde uns helfen.

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Natur der Familie vom Plan Gottes her

Die außerordentliche Synode der Bischöfe im Oktober 2015 in Rom hat das Thema „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“.

Die Familie war in der kommunistischen und nationalsozialistischen Diktatur der letzte Rückzugsort, in der die Mitglieder der Familie offen und frei miteinander reden konnten. Deswegen versuchten diese Regime die Kinder und Jugendlichen in den Griff zu bekommen, um die Familie von innen zu zerstören. In den westlichen Konsumgesellschaften gibt es heute auch das Bestreben, die Familie über die Genderideologie und die Frühsexualisierung aufzubrechen. Was die Familie von ihrer Natur her im Plan Gottes ist, sagt uns die Kirche:

 

Die Ehegemeinschaft beruht auf dem Konsens der Gatten, ihrem gegenseitigen Einverständnis. Ehe und Familie sind auf das Wohl der Gatten sowie auf die Zeugung und Erziehung von Kindern hinge ordne [Vgl. Dtn 5,16.]. Die Liebe der Gatten und die Zeugung von Kindern lassen zwischen den Familienmitgliedern persönliche Beziehungen und grundlegende Verantwortung entstehen.

Ein Mann und eine Frau, die miteinander verheiratet sind, bilden mit ihren Kindern eine Familie. Diese Gemeinschaft geht jeder Anerkennung durch die öffentliche Autorität voraus; sie ist ihr vorgegeben. Man muß sie als die normale Beziehungsgrundlage betrachten, von der aus die verschiedenen Verwandtschaftsformen zu würdigen sind.

Indem Gott Mann und Frau erschuf, hat er die menschliche Familie gegründet und ihr die Grundverfassung gegeben. Ihre Glieder sind Personen gleicher Würde. Zum Gemeinwohl der Familienmitglieder und der Gesellschaft gibt es in der Familie verschiedene Verantwortungen, Rechte und Pflichten.

Quelle

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Aufruf

Am 23. Juli erinnern wir uns an Erzbischof Johannes Dyba von Fulda, der vor 15 Jahren gestorben ist.

Wenige Wochen vor seinem Tod hat er uns ermutigt das „Forum Deutscher Katholiken“ zu gründen. Erzbischof Dyba hat leidenschaftlich für die Unverfälschtheit des katholischen Glaubens gekämpft. Sein großes Vorbild war der heilige Bonifatius. In den Auseinandersetzungen seinerzeit zeigte er den Katholiken in Deutschland klare Positionen auf. Er trat für die moralischen Grundsätze der Kirche und die Anerkennung der kirchlichen Autorität ein. Deswegen erklärte er auch am 29. September 1993 den Ausstieg der Diözese Fulda aus der Einbindung der Kirche in das staatliche Abtreibungssystem. Sein Kampf für die Kirche geschah aus Liebe zu den Menschen.

Es gibt eine Initiative zur Einleitung eines Seligsprechungsverfahrens. Das „Forum Deutscher Katholiken“ möchte diese Bestrebungen mit Ihrer Unterschrift unterstützen.

Forum Deutscher Katholiken
Prof. Dr. Hubert Gindert

Ja zu einer Seligsprechung für Erzbischof Dyba

Bitte füllen Sie auch die Adressfelder mit aus, da Unterschriften im Internet ohne gültige Adresse i.d.R. nicht ernst genommen werden.

Falls Sie die Möglichkeit haben in Ihrer Umgebung weitere Unterschriften zu sammeln, können Sie dafür passende Formulare unter folgendem Link ausdrucken: Unterschriftenliste

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Zusammenleben auf Probe

Papst Johannes Paul II. hat einmal geäußert: „Man kann nicht auf Probe leben oder sterben“. Er wollte damit auch ausdrücken, dass „auf Probe zusammenleben“ gegen die Würde des Partners verstößt. Die katholische Kirche will mit ihrer Ehelehre die Menschen in ihrer Würde schützen. Sie drückt das klar aus:

„Ein Verhältnis liegt dann vor, wenn ein Mann und eine Frau sich weigern, ihrer auch die sexuelle Intimität einbegreifenden Beziehung eine öffentliche Rechtsform zu geben.

Der Ausdruck „freie Liebe“ ist trügerisch: Was kann ein Liebesverhältnis bedeuten, bei dem die beiden Partner keine gegenseitigen Verpflichtungen eingehen und damit bezeugen, daß sie weder auf den Partner noch auf sich selbst noch auf die Zukunft genügend vertrauen?

Der Ausdruck „Verhältnis“ bezeichnet unterschiedliche Situationen: Konkubinat, Ablehnung der Ehe als solcher und Unfähigkeit, sich durch langfristige Verpflichtungen zu binden [Vgl. FC 81]. Alle diese Situationen verletzen die Würde der Ehe; sie zerstören den Grundgedanken der Familie; sie schwächen den Sinn für Treue. Sie verstoßen gegen das moralische Gesetz: Der Geschlechtsakt darf ausschließlich in der Ehe stattfinden; außerhalb der Ehe ist er stets eine schwere Sünde und schließt vom Empfang der Heiligen Kommunion aus.

Manche, die zu heiraten beabsichtigen, beanspruchen heute eine Art Versuchsrecht. Wenn auch der Wille zur Heirat fest ist, besteht doch die Tatsache, daß verfrühte geschlechtliche Beziehungen „keineswegs die Aufrichtigkeit und die Treue der zwischenmenschlichen Beziehungen von Mann und Frau zu gewährleisten noch sie vor allem gegen Laune und Begierlichkeit zu schützen vermögen“ (CDF, Erkl. „Persona humana“ 7). Die leibliche Vereinigung ist nur dann moralisch zu rechtfertigen, wenn zwischen dem Mann und der Frau eine endgültige Lebensgemeinschaft gegründet worden ist. Die menschliche Liebe läßt den bloßen „Versuch“ nicht zu. Sie verlangt eine endgültige und ganze gegenseitige Hingabe der beiden Partner [Vgl. FC 80].“

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Gegen die Wegwerfgesellschaft

Wer keine Wegwerfgesellschaft bei den Menschen möchte, der versteht auch, dass man Ehepartner nicht weggeben kann, wie ein abgetragenes Kleidungsstück. Die Kirche verbindet die lebenslange Treue mit der endgültigen Liebe Gottes zu den Menschen.

„Sich lebenslang an einen Menschen binden, kann schwierig, ja unmöglich erscheinen. Umso wichtiger ist es, die frohe Botschaft zu verkünden, daß Gott uns mit einer endgültigen, unwiderruflichen Liebe liebt, daß die Gatten an dieser Liebe teilhaben, daß diese sie trägt und stützt, und daß sie durch ihre Treue Zeugen der treuen Liebe Gottes sein können. Die Gatten, die mit der Hilfe Gottes in oft sehr schwierigen Verhältnissen dieses Zeugnis geben, verdienen den Dank und den Beistand der kirchlichen Gemeinschaft“

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Unauflöslichkeit der Ehe

Nach Papst Franziskus leben wir in einer Wegwerfgesellschaft. Was wir nicht mehr wollen oder brauchen wird weggeworfen und so entsorgt. Das ist inzwischen bei Verpackungen und sonstigem Müll zu einem Problem geworden. Wie ist das aber bei Menschen? Werden bei uns nicht auch Alte, Kranke, Behinderte – und auch Ehepartner entsorgt? Das ist inhuman? Aber es geschieht? Die Kirche will keine Wegwerfgesellschaft, die Menschen entsorgt und ist deswegen auch für die Unauflöslichkeit einer gültig geschlossenen Ehe. Warum das so ist sagt uns die Kirche und begründet das so:

 

Die Treue in der ehelichen Liebe (Quellle)
Die eheliche Liebe verlangt von Natur aus von den Gatten unverletzliche Treue. Das ergibt sich aus der gegenseitigen Hingabe, in der die beiden Gatten sich einander schenken. Liebe will endgültig sein. Sie kann nicht bloß „bis auf weiteres“ gelten. „Diese innige Vereinigung als gegenseitiges.

Sich schenken zweier Personen wie auch das Wohl der Kinder verlangen die unbedingte Treue der Gatten und fordern ihre unauflösliche Einheit“ (GS 48,1).

Der tiefste Grund liegt in der Treue Gottes zu seinem Bund und in der Treue Christi zu seiner Kirche. Durch das Sakrament der Ehe werden die Gatten fähig, diese Treue zu leben und sie zu bezeugen. Durch das Sakrament erhält die Unauflöslichkeit der Ehe einen neuen, tieferen Sinn.

Quelle:
In seiner Predigttätigkeit lehrte Jesus unmißverständlich den ursprünglichen Sinn der Vereinigung von Mann und Frau, wie sie der Schöpfer zu Beginn gewollt hatte: Die von Mose gegebene Erlaubnis, seine Frau zu verstoßen, sei ein Entgegenkommen gegenüber der Herzenshärte gewesen [Vgl. Mt 19,8]; die eheliche Vereinigung von Mann und Frau sei unauflöslich – Gott selbst habe sie geschlossen: „Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen“ (Mt 19,6).

Dieses nachdrückliche Bestehen auf der Unauflöslichkeit des Ehebandes hat Ratlosigkeit hervorgerufen und ist als eine unerfüllbare Forderung erschienen. Jesus hat jedoch den Gatten keine untragbare Last aufgebürdet [Vgl. Mt 11,29-30], die noch drückender wäre als das Gesetz des Mose. Durch die Wiederherstellung der durch die Sünde gestörten anfänglichen Schöpfungsordnung gab er selbst die Kraft und die Gnade, die Ehe in der neuen Gesinnung des Reiches Gottes zu leben. Wenn die Gatten Christus nachfolgen, sich selbst verleugnen und ihr Kreuz auf sich nehmen [Vgl. Mk 8,34], werden sie den ursprünglichen Sinn der Ehe „erfassen“ [Vgl. Mt 19,11.] und ihn mit Hilfe Christi auch leben können. Diese Gnade der christlichen Ehe ist eine Frucht des Kreuzes Christi, der Quelle allen christlichen Lebens.

Quelle:
Jesus ist gekommen, um die Schöpfung in der ursprünglichen Reinheit wiederherzustellen. In der Bergpredigt legt er den Plan Gottes entschieden aus: „Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen“ (Mt 5,27-28). Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen [Vgl. Mt 19,6.].

Die Überlieferung der Kirche hat das sechste Gebot als auf die gesamte menschliche Geschlechtlichkeit bezogen verstanden.

Quelle:
Das sittliche Bewußtsein für die Einheit und Unauflöslichkeit der Ehe hat sich in der Schule des alttestamentlichen Gesetzes entwickelt. Zwar wird die Polygamie der Patriarchen und Könige noch nicht ausdrücklich zurückgewiesen. Doch das dem Mose gegebene Gesetz zielt darauf ab, die Frau vor der Willkürherrschaft des Mannes zu schützen. Und doch weist das Gesetz, wie Jesus sagte, noch die Spuren der „Herzenshärte“ des Mannes auf, deretwegen Mose die Verstoßung der Frau zugelassen hat [Vgl. Mt 19,8; Dtn 24,1].

Quelle:
Jesus betonte die ursprüngliche Absicht des Schöpfers, der wollte, daß die Ehe unauflöslich sei. Er hob die Duldungen auf, die sich in das alte Gesetz eingeschlichen hatten [Vgl. Mt 19,7].

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Gegenseitiges Spenden des Ehesakramentes

Gelegentlich hört man die Meinung: Am Traualtar spendet der Pfarrer das Ehesakrament.
Und, weil man mit dem Pfarrer lieber nichts zu tun haben will, verzichtet man darauf.
Richtig ist, dass sich die Brautleute mit ihrem gegenseitigen Versprechen das Ehesakrament spenden.
Die Kirche sagt dazu: „In der lateinischen Kirche ist man allgemein der Auffassung, daß die Brautleute selbst als Übermittler der Gnade Christi einander das Ehesakrament spenden, indem sie vor der Kirche ihren Ehewillen erklären. In den östlichen Liturgien wird dieses Sakrament, das „Krönung“ genannt wird, durch den Priester oder Bischof gespendet. Nachdem dieser den gegenseitigen Konsens der Brautleute entgegengenommen hat, krönt er zumZeichen des Ehebundes den Bräutigam und die Braut.“

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Warum ist auch bei gegenseitiger Liebe eine Vorbereitung auf die Ehe wichtig?

Antwort der Kirche:

Damit das Ja der Brautleute ein freier, verantwortlicher Akt ist und damit der Ehebund feste und dauerhafte menschliche und christliche Grundlagen hat, ist die Vorbereitung auf die Ehe höchst wichtig.

Das Beispiel und die Erziehung durch Eltern und Familien bleiben die beste Vorbereitung.

Die Seelsorger und die christliche Gemeinde als eine „Familie Gottes“ spielen bei der Weitergabe der menschlichen und christlichen Werte der Ehe und der Familie eine unersetzliche Rolle [Vgl. [link] CIC, can. 1063], und zwar umsomehr, als in unserer Zeit viele junge Menschen das Zerbrechen von Ehen erleben müssen, so daß diese Vorbereitung nicht mehr genügend gewährleistet ist.

„Jugendliche sollen über die Würde, die Aufgaben und den Vollzug der ehelichen Liebe am besten im Kreis der Familie selbst rechtzeitig in geeigneter Weise unterrichtet werden, damit sie, an keusche Zucht gewöhnt, im entsprechenden Alter nach einer ehrenhaften Brautzeit in die Ehe eintreten können“ (GS 49,3).

Quelle

Was sagt Papst Franziskus zur Ehe? (Zitate auf der Homepage des Bistums Regensburg)

„Denn was ist die Ehe? Eine richtige Berufung, genauso wie es das Priesteramt und das Ordensleben sind. Zwei Christen, die heiraten, haben in ihrer Liebesgeschichte den Ruf des Herrn erkannt; die Berufung, aus zwei Menschen, einem Mann und einer Frau, ein Fleisch, ein Leben werden zu lassen. Und das Sakrament der Ehe umhüllt diese Liebe mit der Gnade Gottes, verankert sie in Gott selbst. Dieses Geschenk, die Gewissheit dieses Rufes ist ein sicherer Ausgangspunkt, man braucht sich vor nichts zu fürchten; gemeinsam kann man alles bewältigen!“  (Begegnung mit der umbrischen Jugend in Assisi, 04.10.2013)

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Kinder sind ein Geschenk!

Leider gibt es Ehepaare, die ungewollt kinderlos sind. Wie äußert sich die Kirche zu
Unfruchtbarkeit, künstlicher Befruchtung und medizinischen Techniken, die heute
propagiert werden?

 

Die Heilige Schrift und die kirchliche Überlieferung sehen in kinderreichen Familien ein Zeichen des göttlichen Segens und der Großzügigkeit der Eltern [Vgl. GS 50,2].

Keine Kinder bekommen zu können, ist für Eheleute ein schweres Leid. „Herr, mein Herr, was willst du mir schon geben? Ich gehe doch kinderlos dahin . . .„ (Gen 15,2). „Verschaff mir Söhne! Wenn nicht, sterbe ich“schreit Rahel ihrem Gatten Jakob zu (Gen 30,1).

Forschungsarbeiten zur Behebung der Unfruchtbarkeit sind zu ermutigen, vorausgesetzt, daß sie „im Dienst der menschlichen Person stehen, ihrer unveräußerlichen Rechte sowie ihres wahren und ganzheitlichen Wohls gemäß dem Plan und dem Willen Gottes“ (DnV intr. 2).

Techniken, die durch das Einschalten einer dritten Person (Ei- oder Samenspende, Leihmutterschaft) die Gemeinsamkeit der Elternschaft auflösen, sind äußerst verwerflich. Diese Techniken (heterologe künstliche Insemination und Befruchtung) verletzen das Recht des Kindes, von einem Vater und einer Mutter abzustammen, die es kennt und die miteinander ehelich verbunden sind. Sie verletzen ebenso das Recht beider Eheleute, „daß der eine nur durch den anderen Vater oder Mutter wird“ (DnV 2,1).

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Die Ehe ist nach katholischem Glauben eines der sieben Sakramente. Was heißt das?

Die Sakramente des Neuen Bundes sind von Christus eingesetzt. Es gibt sieben Sakramente: die Taufe, die Firmung, die Eucharistie, die Buße, die Krankensalbung, die Weihe und die Ehe. Diese sieben Sakramente betreffen alte Stufen und wichtigen Zeitpunkte im Leben des Christen: sie geben dem Glaubensleben der Christen Geburt und Wachstum, Heilung und Sendung. Es besteht also eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Stufen des natürlichen Lebens und den Stufen des geistlichen Lebens [Vgl. Thomas v. A., s. th, 3,65,1].

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Was sagt die Heilige Schrift über die Ehe?

Die Heilige Schrift sagt, daß Mann und Frau füreinander geschaffen sind: „Es ist nicht gut, daß der Menschallein bleibt“ (Gen 2,18). Die Frau ist „Fleisch von seinem Fleisch“ [Vgl. Gn 2,23], das heißt: sie ist seinGegenüber, ihm ebenbürtig und ganz nahestehend. Sie wird ihm von Gott als eine Hilfe [Vgl. Gn 2,18. 20]gegeben und vertritt somit Gott, in dem unsere Hilfe ist [Vgl. Ps 121,2]. „Darum verläßt der Mann Vater undMutter und bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch“ (Gen 2,24). Daß dies eine unauflösliche Einheitdes Lebens beider bedeutet, zeigt Jesus selbst, denn er erinnert daran, was „am Anfang“ der Plan Gottes war: „Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins“

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Was Ehe in der Verkündigung Jesu bedeutet

Zu Beginn seines öffentlichen Lebens wirkte Jesus – auf die Bitte seiner Mutter hin – bei einem Hochzeitsfest sein erstes Zeichen [Vgl. Joh 2,1-11]. Die Kirche mißt der Teilnahme Jesu an der Hochzeit von Kana große Bedeutung bei. Sie erblickt darin die Bestätigung dafür, daß die Ehe etwas Gutes ist, und die Ankündigung, daß die Ehe fortan ein wirksames Zeichen der Gegenwart Christi sein wird.

In seiner Predigttätigkeit lehrte Jesus unmißverständlich den ursprünglichen Sinn der Vereinigung von Mann und Frau, wie sie der Schöpfer zu Beginn gewollt hatte: Die von Mose gegebene Erlaubnis, seine Frau zu verstoßen, sei ein Entgegenkommen gegenüber der Herzenshärte gewesen [Vgl. Mt 19,8]; die eheliche Vereinigung von Mann und Frau sei unauflöslich – Gott selbst habe sie geschlossen: „Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen“ (Mt 19,6).

Dieses nachdrückliche Bestehen auf der Unauflöslichkeit des Ehebandes hat Ratlosigkeit hervorgerufen und ist als eine unerfüllbare Forderung erschienen. Jesus hat jedoch den Gatten keine untragbare Last aufgebürdet [Vgl. Mt 11,29-30], die noch drückender wäre als das Gesetz des Mose. Durch die Wiederherstellung der durch die Sünde gestörten anfänglichen Schöpfungsordnung gab er selbst die Kraft und die Gnade, die Ehe in der neuen Gesinnung des Reiches Gottes zu leben. Wenn die Gatten Christus nachfolgen, sich selbst verleugnen und ihr Kreuz auf sich nehmen [Vgl. Mk 8,34], werden sie den ursprünglichen Sinn der Ehe „erfassen“ [Vgl. Mt 19,11.] und ihn mit Hilfe Christi auch leben können. Diese Gnade der christlichen Ehe ist eine Frucht des Kreuzes Christi, der Quelle allen christlichen Lebens.

Der Apostel Paulus macht das begreiflich, wenn er sagt: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, um sie … rein und heilig zu machen“ (Eph 5, 25-26). Und er fügt gleich hinzu: „Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche“ (Eph 5,31-32).
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Was ist die Ehe in der Schöpfungsordnung? Nur eine menschliche Institution oder von Gott gestiftet?

„Die innige Gemeinschaft des Lebens und der Liebe in der Ehe [wurde] vom Schöpfer begründet und mit eigenen Gesetzen geschützt … Gott selbst ist Urheber der Ehe“ (GS 48,1). Die Berufung zur Ehe liegt schon in der Natur des Mannes und der Frau, wie diese aus den Händen des Schöpfers hervorgegangen sind. Die Ehe ist nicht eine rein menschliche Institution, obwohl sie im Lauf der Jahrhunderte je nach den verschiedenen Kulturen, Gesellschaftsstrukturen und Geisteshaltungen zahlreiche Veränderungen durchgemacht hat. Diese Unterschiede dürfen nicht die bleibenden und gemeinsamen Züge vergessen lassen. Obwohl die Würde dieser Institution nicht überall mit der gleichen Klarheit aufscheint [Vgl. GS 47,2], besteht doch in allen Kulturen ein gewisser Sinn für die Größe der ehelichen Vereinigung, denn „das Wohl der Person sowie der menschlichen und christlichen Gesellschaft ist zuinnerst mit einem Wohlergehen der Ehe- und Familiengemeinschaft verbunden“ (GS 47,1).
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Versuchungen, denen alle ausgesetzt sind
Zur Weihnachtsansprache von Papst Franziskus an die Mitglieder der Kurie

Papst Franziskus hat am 22. Dez. im traditionellen Weihnachtsempfang für die römische Kurie zur Gewissenserforschung, wie sie vor dem Bußsakrament üblich ist, aufgerufen. Die Medien haben daraus das gemacht, was der Medienexperte Prof. Norbert Bolz einmal so charakterisiert hat: „Wenn man über Jahrzehnte die Praxis der Massenmedien beobachtet, dann weiß man… es geht auch nicht so sehr um Aufklärung, sondern um Skandale und Sensationen, um das Empörungspotential von Entscheidungen. Dieses Potential wird ausgebeutet. Das ist die Logik der Massenmedien“.

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