Stellungnahme des „Forums Deutscher Katholiken“ zum Wort der Deutschen Bischofskonferenz „Die Freude der Liebe, die in den Familien gelebt wird, ist auch die Freude der Kirche“

Die Deutschen Bischöfe haben am 23. Januar in einem Wort zu “Amoris Laetitia“ die individuelle Gewissensentscheidung als Zulassungskriterium für den Kommunionempfang geschiedener Wiederverheirateter dargestellt. Das erinnert an die „Königsteiner Erklärung“ zur Empfängnisregelung nach dem päpstlichen Schreiben „Humanae vitae“. Der klare Hinweis, dass sich das Gewissen an der Lehre der Kirche ausrichten muss, würde viele Unsicherheiten beseitigen.

Der Verzicht geschiedener Wiederverheirateter, die ehelich zusammenleben auf den Empfang der Sakramente kann zweifellos schmerzlich sein. In der Situation der katholischen Kirche in Deutschland ist es schwierig, einen solchen Verzicht zu vermitteln, weil das Kreuz und der Satz Jesu: „Wer mir nachfolgen will, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ ( Mt.16,24) aus der Katechese ausgeklammert wird. Wenn dieser Kernsatz der Botschaft Jesu in Predigt und Katechese nicht wieder seinen gebührenden Platz bekommt, ist nur mehr ein Wohlfühlchristentum zu vermitteln.

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Jugend heute: Was wir ihr für morgen ideell mitgeben sollten

Josef Kraus,
Oberstudiendirektor a.D., Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL)

Wer sich heute mit Blick auf die Jugend mit Werten befaßt, beginnt gerne mit einem Lamento: „So schlecht war die Jugend noch nie!“ Diese Melodie relativiert sich aber in der historischen Perspektive; es ist dies nämlich eine Klage, die sich bereits auf einem babylonischen Tonziegel vor 5000 Jahren fand. Dort heißt es: „Diese Jugend ist von Grund aus verdorben, böse, gottlos und faul. Sie wird nie mehr so werden wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten.“ Ein Ur-Konflikt der Menschheit!

Und „die“ Jugend „heute“ – Gibt es sie überhaupt? Weiterlesen

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„Lassen wir uns die Hoffnung nicht nehmen“

Die christliche Botschaft als Antwort auf die Fragen des modernen Men­schen.

Vortrag von Erzbischof Stephan Burger

zum 16. Kongress „Freude am Glauben“ am 22.04.2016

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein Blick in die Gegenwart zeigt, dass es schwieriger zu werden scheint, sich die Hoffnung nicht nehmen zu lassen. *Die politischen Verhältnisse im Nahen und Mittleren Osten geben vielen Menschen Anlass zur Sorge und Angst. *Mancher sieht sich vor einem angeblich herannahenden Islamismus bedroht. *Die Themen um die richtige Flüchtlingshilfe und Integration stehen mehr oder weniger verdrängt, aber nicht gelöst, nach wie vor zur Debatte. Papst Franzis­kus hat mit seiner Reise nach Lesbos eigens darauf hingewiesen.*Die vielfälti­gen politischen und ökonomischen Probleme in Afrika werden weiter zur Ta­gesordnung gehören, ebenso werden uns die ökologischen Fragestellungen weltweit weiter beschäftigen.

Und selbst im innerkirchlichen Bereich tun wir uns schwer, hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. Wir erleben es ja in unseren Diözesen und Pfarreien, wie das Gemeindeleben sich verändert. Die pastoralen Räume werden größer. Die Zahl der regelmäßigen Gottesdienstbesucher ist in den vergangenen Jahr­zehnten rapide gesunken. Die Zahl der Berufungen, sei es für Weltpriester wie Ordensleute, geht in unseren Breiten drastisch zurück. Hauptamtliche pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, junge Menschen für einen kirchli­chen Beruf zu begeistern, wird schwerer. Und die, die sich an der pastoralen Basis mühen, haben das Gefühl im wahrsten Sinne des Wortes mit „fortlaufen­dem Erfolg“ die Frohbotschaft zu verkünden.  Menschliches Versagen und Frust führen dazu, dass die Botschaft Jesu durch die Verkünder an Strahlkraft ver­liert. Weiterlesen

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Kongress 2017

Liebe Freunde des Kongresses „Freude am Glauben“

Das Programm unseres Kongresses mit den Gottesdiensten, Vorträgen und Podiumsgesprächen haben wir abgeschlossen. Sie finden untenstehend die Übersicht über die Referenten, die Themen der Referate und die Teilnehmer der Podiumsgespräche.
Den Kongress eröffnet der Fuldaer Ortsbischof Heinz-Josef Algermissen am Freitag, den 7. Juli. Wir freuen uns, dass wir mit Dr. Rudolf Voderholzer von Regensburg einen besonders profilierten Bischof der Kirche in Deutschland gewinnen konnten. Er spricht den missionarischen Auftrag der Kirche an und erinnert dabei an den großen Papst Johannes Paul II., der eine „Paulusgestalt“ des ausgehenden 20. Jahrhunderts war.
Der Schirmherr unseres Kongresses Ministerpräsident a.D. Professor Münch zeigt auf, wie in Gesellschaft, Politik, aber auch in der Kirche, die Erneuerung immer von Minderheiten ausgegangen ist. Das gilt auch für die kleinen Einheiten, wie das eine Pfarrgemeinde ist wenn z.B. eine vitale geistliche Bewegung, wie das Neokatechumenat sich entfalten kann. Pfarrer Wolfgang Marx konnte das in einer Großstadtpfarrei erleben. In ihr wurde das wiederbelebte Taufbewusstsein zum Schlüssel eines lebendigen Glaubens. Wolfgang Marx konnte in 40 Jahren seiner Zeit als Pfarrer diese Gemeinde sieben (!) Primizen erleben.
Der diesjährige Weltjugendtag in Polen hat wieder Hunderttausende angezogen. Diesen Jugendlichen hat Papst Franziskus für das 21. Jahrhundert den Auftrag gegeben „eine bessere Welt aufzubauen, eine Welt von Brüdern und Schwestern“. Eine Resonanz auf den Weltjugendtag in Krakau erleben wir im Podiumsgespräch, das von Alexandra Maria Linder, der Bundesvorsitzender der AlfA moderiert wird.
Der Neuanfang im Glauben ist für unser Land auch deswegen existentiell, weil wir inzwischen fast ein Volk ohne Gott geworden sind. Der bekannte Buchautor und Papstbiograph hat es in seinem letzten Interviewbuch mit Bischof Oster umgedreht und ihm den Titel „Gott ohne Volk“ gegeben. Im Gespräch mit Bernhard Müller, dem Leiter des Fe-Verlags, werden wir von Peter Seewald erfahren, was die Kirche, trotz ihrer Defizite, hat und was ihn in der Kirche hält.
Der Kongress geht den Problemen dieser Gesellschaft nicht aus dem Weg, ohne in ein Lamento zu verfallen. Es geht uns vielmehr darum, Irrwege und Auswege aufzuzeigen. Wir stellen uns 3 Megathemen. Das sind die Sexualisierung, das Problem der Kinder, die nicht mehr bei ihren Eltern aufwachsen können und die Masseneinwanderung, die den Zusammenhalt des Volkes gefährden kann, wenn die Integration nicht gelingt. Zum ersten Thema, das durch Pornographie und Frühsexualisierung entstanden ist, spricht die Diplom Psychologin und erfahrene Therapeutin Tabea Freitag. Zum Problem der heimatlos gemachten Kinder spricht die bekannte Publizistin und Buchautorin Gabriele Kuby. Dem komplexen Thema der Integration haben wir ein Podium gewidmet. Hier werden Fachleute die verschiedenen Seiten dieses hochaktuellen Themas mit dem Titel „Wie kann Integration gelingen?“ beleuchten.
Heute werden viele Ursachen, die die Freiheit gefährden zurecht thematisiert. Der Sozialwissenschaftler Professor Ockenfels wird das in dem Spagat „Freiheit zwischen Recht und Pflicht“ deutlich machen.
Wie können wir Zukunft, eine „begründete Hoffnung“, zurückgewinnen? Die Gottesmutter hat uns vor 100 Jahren in Fatima den Weg gewiesen. Fatima brachte einen Neuaufbruch im Glauben, ja einen Frühling, für Portugal. Die Aussagen der Gottesmutter galten aber nicht nur für dieses Land. Professor Ziegenaus wird uns dies näher erläutern.
Der Kongress „Freude am Glauben“ hat zusätzlich ein Programm für Jugendliche und junge Erwachsene, nämlich ein Medien- und Kommunikationstraining mit der Bezeichnung MAKA. Medienexperten wollen die Teilnehmer für Gespräche und Interviews fit machen. Außerdem haben wir ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Kleinkinderbetreuung und spirituellen Angeboten.

Herzliche Einladung zum Kongress „Freude am Glauben“ 2017 in Fulda!

Mit meinen guten Wünschen für eine gesegnete Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest

Ihr Hubert Gindert
„Forum Deutscher Katholiken“

 



Referenten und Themen:

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer
„Der Glaube wird stark durch Weitergabe“ (Johannes Paul II.) Zum Projekt der Neuevangelisierung.

Prof. Dr. Werner Münch, Ministerpräsident a.D.
„Rolle und Bedeutung von Minderheiten in Gesellschaft, Politik und Kirche“

Tabea Freitag, Dipl.-Psychologin und Therapeutin
„Entmenschlichung der Sexualität durch Pornographie und Frühsexualisierung. Irrwege und Auswege“

Gabriele Kuby, Buchautorin und Publizistin
„Vom Weinen der Kinder, die lachen möchten“

Alexandra Maria Linder, MA, Bundesvorsitzende der ALFA e.V.
„Nur die Sache ist verloren, die man aufgibt“. (Lessing) Über die Lebensrechtsarbeit im 21. Jahrhundert.

Pfarrer Wolfgang Marx
„Die Wiederbelebung des Taufbewusstseins als Schlüssel für einen lebendigen Glauben“

Erfahrungen mit dem Neokatechuminalen Weg der Pfarrei St. Philipp Neri in  München-Neuperlach

Prof. Dr. Dr. Wolfgang Ockenfels OP
„Gefährdete Freiheit: Freiheit zwischen Recht und Pflicht“.

Peter Seewald, Journalist und Buchautor
„Warum ich noch in der Kirche bin“.

Gespräch mit Bernhard Müller, Pur-Magazin

Prof. Dr. Dr. Anton Ziegenaus
„1917: Fatima ein neuer Frühling… nur für Portugal?

Die Erscheinung der Gottesmutter in Fatima an drei Kinder auf einem abgelegenen Weideplatz für Schafe erlangte eine weltweite Ausstrahlung. In Portugal blühte das religiöse Leben auf. Trotz heftigen Widerstands! Bringt „Fatima“ der ganzen Kirche neue Hoffnung?

Podium: „Wie kann Integration gelingen“

Moderator: Bernhard Müller, FE-Verlag

Teilnehmer: Prof. Dr. Dr. Anton Ziegenaus, Dipl.-Psychologe OStD a.D., Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, RA Norbert Geis, Dr. Norbert Neuhaus

Podium: „Baut eine bessere Welt auf, eine Welt von Brüdern und Schwestern!“ (Papst Franziskus) Wie junge Christen im 21. Jahrhundert „im Sturm spielen“

Moderatorin: Alexandra Maria Linder, MA, Bundesvorsitzende der ALFA e.V.

Teilnehmer: Prof. Dr. theol. Cornelius Roth, Victoria Bonelli, Rudolf Gehrig, Angelika M. Doose

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„Das Lebenszeugnis der Christen erneuert die Welt“

Michaela Koller,
Kongress „Freude am Glauben“, 23. April 2016

„Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.“ 1 Kor 12, 26

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Diese Worte aus dem ersten Brief des Paulus an die Korinther beschreiben die christliche Gemeinschaft und rufen zur Einheit in der gegenseitigen und unterschiedslosen Anteilnahme auf, im Leid wie in der Freude. Für Christen ist dieser biblische Einheitsgedanke eine ewige Mahnung, den leidenden Brüdern und Schwestern beizustehen. Aus der Erkenntnis, dass schließlich alle Menschen gleich sind hinsichtlich ihrer Würde, und sie Personen mit gleichen Rechten sind, bemühen sich Christen – über die Konfessionsgrenzen hinweg gemeinsam – nach Kräften, von Unrecht Betroffenen Leid abzuwenden. Sie tun dies ohne Unterscheidung nach Religion oder anderer Merkmale wie Nationalität oder Geschlecht. Umgekehrt engagieren sich ebenso Angehörige aller Religionen und Nichtgläubige für die Verwirklichung des Rechts auf Glaubens- und Gewissensfreiheit. Die Organisation, für die ich tätig bin, die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte – kurz IGFM – setzt sich weltweit unterschiedslos für Religionsfreiheit ein. Dazu gehört das Recht auf Religionswechsel, ebenso wie das Recht auf Werbung für seinen eigenen Glauben. Weiterlesen

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