Vorstellung unserer Referenten

Diese Woche: Dr. Beate Beckmann-Zöller

Dr. Beate Beckmann-Zöller

Samstag, 16.07.2022, 11:35 Uhr

„Gibt es eine geschlechtsspezifische Berufung für Männer und Frauen in Kirche und Welt heute?“

 

  • Dr. phil. Beate Beckmann-Zöller, Jg. 1966, geb. in Hildesheim
  • verheiratet mit Andreas Zöller (Physiker), ein 17jähriger Sohn, lebt mit ihrer Familie in Oberhaching bei München
  • Präsidentin der Edith-Stein-Gesellschaft Deutschland (seit 2021)
  • Koordinatorin im AK Christliche Anthropologie der Initiative Neueranfang.online

    (Dialogforum Weltkirche e. V., seit 2021)

  • freiberufliche Religionsphilosophin seit 2005
  • Dozentin für Philosophie und Kath. Theologie an der Kath. Stiftungshochschule für Soziale Arbeit München (seit 2004), Referentin in der Erwachsenenbildung, Autorin.

Veröffentlichungen:

  • „Das liebe alte Göttingen!“ Edith Steins Universitätsjahre – Begegnungen und Entscheidungen (mit Mary Heidhues), Göttingen 2021
  • Edith Stein in Münster (mit Hergard Schwarte), Münster 2018
  • Hingabe und Unterwerfung. Die befreiende Botschaft Christi in der Begegnung mit dem Islam, Hannoversch-Minden 2016
  • Frauen bewegen die Päpste. Leben und Briefe von Hildegard von Bingen, Birgitta von Schweden, Caterina von Siena, Mary Ward, Elena Guerra und Edith Stein, St. Ulrich Verlag Augsburg 2010
  • Herausgeberin (mit René Kaufmann): Heimat und Fremde. Präsenz im Entzug.
  • Festschrift für Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz zum 70. Geburtstag, Dresden 2015
  • Herausgeberin (mit Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz): Edith Stein – Themen, Kontexte, Materialien, Verlag Text & Dialog Dresden 2015
  • Herausgeberin (mit Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz): Die ‚unbekannte’ Edith Stein: Phänomenologie und Sozialphilosophie, Peter Lang

    Verlag: Frankfurt a. M. 2006 (veröffentlicht unter „Beate Beckmann“)

  • Phänomenologie des religiösen Erlebnisses. Religionsphilosophische

    Untersuchung im Anschluß an Adolf Reinach und Edith Stein

    (Dissertation), in der Reihe „Orbis Phaenomenologicus“, „Studien 1“,

    Königshausen und Neumann: Würzburg 2003

  • Bearbeiterin von 7 Bänden der Edith Stein Gesamtausgabe /

    Koordination des Gesamt-Projekts (1999-2020), Band 6, 9, 14, 15, 16, 17, 28.

Abt Dr. Maximilian Heim OCist
von Heiligenkreuz

Samstag, 16.07.2022, 10:25 Uhr
„Eucharistie als höchste Form der Anbetung“

Sonntag, 17.07.2022, 14:0 Uhr
Pontifikalamt zum Abschluss im Hohen Dom zu Regensburg

Eucharistie als höchste Form der Anbetung

Die Heilige Messe ist Opferung und Anbetung. Sie lädt uns ein, uns mit Christus, dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn, zu verbinden. „In der Teilnahme am eucharistischen Opfer, der Quelle und dem Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“ (LG 11) feiern wir den Tod und die Auferstehung Jesu Christi, wodurch Christus im Heiligen Geist den Vater verherrlicht. In diesen Akt der Anbetung dürfen wir eins sein mit Christus und untereinander. Dadurch werden wir in der eigenen Lebenshingabe, die wir mit dem Opfer Jesu Christi verbinden, ein Leib und ein Geist in ihm.

Abt Maximilian Heinrich Josef Heim OCist, geboren am 14. April 1961 in Kronach ist seit 10. Februar 2011 Abt des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz im Wienerwald.

Heinrich Josef Heim studierte nach seinem Abitur am Gymnasium in Kulmbach ab 1981 Katholische Theologie an der Universität Augsburg. 1982 inskribierte er an der Hochschule Heiligenkreuz und trat 1983 in das Heiligenkreuzer Noviziat ein. Als Ordensname erhielt er Maximilian; sein Namenspatron ist der hl. Maximilian Maria Kolbe (14. August). 1987 wurde er an der Universität Wien zum Magister theologiae spondiert und am 30. April 1988 in Heiligenkreuz zum Priester geweiht. 1987 kam er bereits als Diakon ins Neukloster in Wiener Neustadt und wirkte dort bis August 1988. Dann wurde er zusammen mit drei weiteren Mitbrüdern zu einer Klosterneugründung ins Ruhrgebiet entsandt: Er ist einer der Gründermönche des Priorates Stiepel in Bochum. Dort war er Kaplan, Kantor und ferner verantwortlich für den Aufbau der Neugründung als geistliches Zentrum. 1996 war er Mitbegründer der akademischen Vortragsreihe Auditorium Kloster Stiepel. Zu der Zeit hatte er sein Doktoratsstudium bei Hermann Josef Pottmeyer am Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Bochumer Ruhruniversität bereits begonnen.

Im Jahr 1996 wurde er durch Abt Gerhard Hradil nach Heiligenkreuz für die Ämter des Novizenmeisters und Kantors zurückberufen und musste deshalb das Doktoratsstudium unterbrechen. Im März 1999 wurde er 37-jährig von Abt Gregor Henckel-Donnersmarck zusätzlich zum Prior des Stiftes Heiligenkreuz bestellt. Als Novizenmeister war er unter anderem auch verantwortlich für die Ausbildung des Ordensnachwuchses der wiederbelebten tschechischen Klöster Hohenfurth und Ossegg. Das Doktoratsstudium, das er Ende der 1990er Jahre wieder aufnehmen konnte, schloss er 2002 bei Prof. Bernhard Körner am Institut für Moraltheologie und Dogmatik an der Universität Graz ab; seine Dissertation schrieb er über die Ekklesiologie Joseph Kardinal Ratzingers. 2003 wurde er zum Doctor theologiae promoviert und lehrte von diesem Zeitpunkt an bis zu seiner Wahl zum Abt von Heiligenkreuz Fundamentaltheologie an der Heiligenkreuzer Hochschule. Seine Dissertation erschien 2004 im Buchhandel, die zweite Auflage erschien im Frühjahr 2005 mit einem Vorwort von Kardinal Ratzinger, kurz nach dessen Wahl zum Papst.

Im September 2004 wurde er Prior in Bochum-Stiepel. Nachdem im Jahr 2007 Heiligenkreuz zur Hochschule päpstlichen Rechtes erhoben wurde, erfolgte seine Berufung zum ordentlichen Professor für Fundamentaltheologie durch die Bildungskongregation des Vatikans. Gleichzeitig war er von 2004 bis 2011 in Bochum-Stiepel verantwortlich für die akademische Bildungsreihe Auditorium Kloster Stiepel. 2009 wurde er in den Neuen Schülerkreis Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. berufen. Im Herbst 2010 wurde er durch Kardinal Reinhard Marx in Dresden in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem investiert.

Seit dem 10. Februar 2011 ist Maximilian Heim der 68. Abt von Heiligenkreuz und damit auch Großkanzler (lat. Magnus Cancellarius) der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz.

Am 19. April 2011 erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft. Am 25. April 2011 spendete ihm der Generalabt des Zisterzienserordens, Dom Mauro-Giuseppe Lepori, in einem von Kardinal Christoph Schönborn geleiteten Pontifikalamt die Abtsbenediktion. Sein Wahlspruch ist übernommen vom sel. John Henry Kardinal Newman: Cor ad cor loquitur (Das Herz spricht zum Herzen).

Am 30. Juni 2011 erhält er zusammen mit dem italienischen Patristiker Manlio Simonetti und dem spanischen Dogmatiker Oligario Gonzáles den von der „Vatikanischen Stiftung Joseph Ratzinger – Benedikt XVI.“ erstmals vergebenen und mit 50.000 Euro dotierten „Ratzinger-Preis“ für sein Werk „Joseph Ratzinger – Kirchliche Existenz und existenzielle Theologie“ (2004, 2. Aufl., 2005). Anlässlich der Vorstellung der Preisträger durch den Vorsitzenden des wissenschaftlichen Komitees der Stiftung, Camillo Kardinal Ruini, bezeichnete dieser Heim als „einen der scharfsinnigsten und brillantesten Vertreter der jungen Generation von Theologen, die sich am Werk Ratzinger inspirieren“.

Prof. Dr. Claus Hipp

Samstag, 16.07.2022, 09:15 Uhr

„Schöpfung bewahren/ umweltschonend produzieren“

Kurzfassung als Vorabinformation

Den Auftrag, die Schöpfung zu bewahren, sie zu ehren und sich an ihr zu erfreuen geben die Mitglieder der Familie Hipp von Generation zu Generation weiter. Freude am Glauben vermittelte Prof. Dr. Claus Hipp in besonderer Weise seine Mutter Anny Hipp-Metzner. Sie war es auch, die ihre Söhne nach dem Tod ihres Mannes in die Geschäftsleitung der eigenen Firma für Säuglingsnahrung einband. Seit vielen Jahrzehnten ist der Nachhaltigkeitsgedanke tief im Familienunternehmen HiPP verankert. Für HiPP als mittelständischen, ökologischen Lebensmittelhersteller ist es die oberste Maxime, im Einklang mit der Natur zu handeln. Denn ohne die Natur und ihre wertvollen Dienstleistungen ist die Produktion von Baby- und Kleinkindnahrung nicht denkbar. Neben dem Einsatz für eine intakte Umwelt sind auch die weiteren Dimensionen der Nachhaltigkeit Teil der Unternehmensphilosophie: Ökologie, Ökonomie und Soziales so ausgewogen wie möglich zu berücksichtigen, zeichnet christliches Unternehmertum aus. Zur Schöpfungsverantwortung zählt für HiPP daher genauso, sich für ein gutes Miteinander im Unternehmen und in der Gesellschaft einzusetzen. Unabhängig von den eigenen Überzeugungen oder Zugehörigkeiten zu Glaubensgemeinschaften sollte jeder Mensch nachhaltiges Handeln als seine Verpflichtung sehen. Schließlich haben auch unsere Kinder und Enkelkinder einen Anspruch darauf, in einem lebenswerten Umfeld in einer intakten Umwelt zu leben.

Vita:

Professor Dr. Claus Hipp ist 1938 in München geboren. Schon während des Jura-Studiums wurde er mit der Leitung eines landwirtschaftlichen Betriebs betraut, den er ganz auf ökologischen Landbau umstellte. Nach dem Tod des Vaters übernahm er mit 29 Jahren die väterliche Firma und baute die ökologische Idee seiner Eltern mehr und mehr aus. Unter seiner Führung entwickelte sich HiPP Babynahrung zu einer der bekanntesten Marken Deutschlands und zum Symbol für eine Wirtschaftsweise, die von ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit geprägt ist.

Person:

  • Professor Dr. Claus Hipp, geb. 1938 in München, als zweites von sieben Kindern, r.k., verheiratet, 5 Kinder
  • Ausbildung: Ludwigsgymnasium München (hum)
  • Jurastudium – Referendarexamen
  • Ausbildung an der staatl. anerkannten Malschule Heinrich Kropp
  • Promotion Dr. jur. in München

Beruf:

Neben dem Studium ab 1960 mit der Leitung des familieneigenen Landwirtschaftsbetriebes betraut, der bis heute bewirtschaftet wird.

1963 Eintritt in die väterliche Firma, die Säuglingsnahrungs­mittel herstellt.
Seit 1968 nach dem Tode des Vaters, persönlich haftender Gesellschafter der HiPP-Betriebe.
1998-2004: Präsident der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, anschließend Ehrenpräsident. Zeitgleich Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages.
2003-2007: Präsident des VdW (Verband der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation).
2007: Mit Gründung Ehrenpräsident der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer in Moskau.
Seit 2008: Honorarkonsul von Georgien für Bayern, Baden-Württemberg. 2018 kam Thüringen durch eine Bekanntmachung der Staatskanzlei hinzu.
Seit 2008: Ehrenvorsitzender der Vereinigung der Deutschen Wirtschaft in Georgien.

Professuren in Tiflis, Georgien:

Seit 2001 Ordentlicher Professor der Staatlichen Kunstakademie
Seit 2009 Professor an der Fakultät Betriebswirtschaft der

Staatlichen Universität
Seit 2018 Professor für Design an der Technischen Hochschule

Weitere Lehraufträge:

  • Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
  • Fachhochschule Ansbach

Prof. Dr. Dr. Ralph Weimann

Freitag, 15.07.2022, 18:30 Uhr

„In der Kirche werden die Forderungen nach Reformen lauter, aber welche brauchen wir?“

Persönliches Profil

2. Juli 1976 geboren in Bremen.
1996 Schulabschluss (Abitur) am St. Thomas Kolleg in Vechta.
1996-1998 Ausbildung zum Reserveoffizier in der deutschen Bundeswehr in der Truppengattung Fallschirmjäger. Rang: Leutnant.
24. Juni 2007 Priesterweihe in Augsburg.
Seit 2008 Mitglied des sogenannten „Schülerkreises von Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.“
Seit 2009 Gastprofessor an der Päpstlichen Hochschule Regina Apostolorum.
Seit 2013 Außerordentlicher Professor an der Internationalen Dominikaner Universität Domuni.
Seit 2014 Gastprofessor an der Päpstlichen Universität vom Heiligen Thomas von Aquin.
Seit 2015 Militärpfarrer für die deutschen Soldaten in Italien.
Seit 2016 Gastprofessor am Patristischen Institut Augustinianum.
Seit 2018 Studienbeauftragter für einen Studiengang zur Theologie von Joseph Ratzinger an der Päpstlichen Hochschule Regina Apostolorum.

Studien

1998 / 01 Bachelor in humanistischen Studien, Cheshire College (USA).
2003 / 04 Bachelor in Philosophie an der Päpstlichen Hochschule Regina Apostolorum in Rom (Italien).
2004 / 06 Diplom in kath. Theologie an der Katholischen Universität in Eichstätt (Deutschland).
2006 / 07 Lizentiat in Dogmatischer Theologie an der Päpstlichen Hochschule Regina Apostolorum in Rom (Italien).
2007 / 09 Weiterführende Studien der Bioethik in Rom.
2007 / 10 Doktorat in Dogmatischer Theologie an der Päpstlichen Hochschule Regina Apostolorum in Rom (Italien); veröffentlicht unter dem Titel: Dogma und Fortschritt bei Joseph Ratzinger, Prinzipien der Kontinuität, Paderborn 2012.
2010 / 13 Doktorat in Bioethik an der Päpstlichen Hochschule Regina Apostolorum in Rom (Italien); veröffentlicht unter dem Titel: Bioethik in einer säkularisierten Gesellschaft. Ethische Probleme der PID, Paderborn 2015.

S. Exz. Bischof Dr. Bertram Meier

Freitag, 15.07.2022, 16:10 Uhr

„Gott ins Spiel bringen – Evangelisierung und Berufungspastoral“

Kurzfassung als Vorabinformation

Christen, die dankbar und froh den Glauben an den dreifaltigen Gott leben, fallen auf und werden nach der Hoffnung gefragt, die sie erfüllt (1 Petr 3,15). Wer daher Gott ins Leben seiner Mitmenschen bringen will, braucht Respekt und Menschenfreundlichkeit. In rechter Weise evangelisieren heißt unbedingt von sich absehen und wie Maria, Johannes der Täufer, die Apostel etc. durchscheinend werden für Christus. Die Attraktivität der Frohen Botschaft muss mehr am Leben des einzelnen Gläubigen ablesbar sein als im Wort verkündigt werden. Dies erfordert Selbstdisziplin, Bescheidenheit und Lernbereitschaft. Denn nur im Dialog und in Beziehung kann Glaube wachsen.

Vita

20.07.1960 geboren in Buchloe
1978-1986 Studium an der Universität Augsburg und Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom
10.10.1985 Priesterweihe in Rom
1989-1991 Kaplan in Neu-Ulm und Neuburg (Donau)
1992-1996 Stadtpfarrer in Neu-Ulm, Dekan und Regionaldekan
1996-2002 Tätigkeit am Vatikanischen Staatsekretariat
2000 Wahl zum Domkapitular
2002 Amtsantritt in Augsburg
2007-2020 Domprediger am Hohen Dom zu Augsburg
2014-2020 Hauptabteilungsleiter II – Seelsorge und Bischofsvikar für Ökumene und Interreligiösen Dialog
Juni 2020 Bischofsweihe in Augsburg

Prof. Dr. Werner Münch, Ministerpräsident a.D., Schirmherr des Kongresses

Freitag, 15.07.2022, 17:20 Uhr

„Das christliche Menschenbild und die Gesellschaftspolitik der Ampel-Koalition“

Kurzfassung des Vortrages:

Seit dem 8. Dezember 2021 ist die jetzige Bundesregierung im Amt. Ihr Regierungsprogramm hat sie in einem Koalitionsvertrag zwischen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP unter der Überschrift „Mehr Fortschritt wagen – Bündnis für Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit“ vorgelegt.
In meinem Referat werden die wesentlichen Absichten dieser Regierung zur Verwirklichung ihrer Gesellschaftspolitik vorgestellt und mit dem christlichen Menschenbild verglichen.
Im Gesellschaftsbild der Koalition wird eindeutig das Ziel erkennbar, das eigene Leben frei und selbstbestimmt zu gestalten. Deshalb sollen neben der heterosexuellen Ehe, der nur noch eine Randbedeutung zukommt, weitere „Verantwortungsgemeinschaften“ unterschiedlicher Art neu geschaffen und rechtlich abgesichert werden. Aufgrund der „reproduktiven Selbstbestimmung“ werden auch Leihmutterschaften erlaubt, und Kindern werden eigene Grundrechte zugesagt, die in unserem Grundgesetz verankert werden sollen. Das Recht auf Abtreibung wird ausdrücklich unterstrichen, weshalb in einem ersten Schritt der § 219a, der ein Werbeverbot zur Abtreibung zum Inhalt hat, gestrichen werden soll, und auch die Forschung mit embryonalen Stammzellen wird erlaubt, was die Tötung von Embryonen bedeutet.
Diese so verstandene Selbstbestimmung schließt auch eine Geschlechtsumwandlung schon vor Erreichen der Volljährigkeit ein.
In diesem Menschenbild erkennt der Mensch den Schöpfer nicht mehr an, sondern er versucht, ihn selbst zu spielen und zu ersetzen.
Das christliche Menschenbild dagegen orientiert sich an dem Gottesbezug in unserer Verfassung. Der erste Satz seiner Präambel lautet: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen…“ Unser christliches Menschenbild garantiert die Gleichheit aller, jeder Mensch ist einmalig, ist Personalität, d.h. er hat eine „dignitas humana“, eine menschliche Würde. Gott schuf Mann und Frau, und unsere Verpflichtung zum Schutz des Lebens geht von dieser Würde aus und schließt ausdrücklich auch jedes ungeborene Kind mit ein.
Wir anerkennen, dass es eine Ökologie des Menschen gibt, d. h. dass auch der Mensch eine Natur hat, die er achten muss. Das eigentliche Naturgesetz ist ein moralisches Gesetz (Papst Benedikt XVI. em.), und in einer Demokratie hat die Gesellschaft ein Recht darauf, dass staatliche und gesellschaftliche Institutionen ethische und moralische Grundwerte akzeptieren.
Die entscheidende Frage also ist, ob der Mensch bereit ist, eine höhere Instanz, sprich Gott, anzuerkennen, oder ob er versucht, sich selbst an seine Stelle zu setzen, was konkrete Folgen für die Gestaltung seines Lebens hat.

Vita:

geboren 1940, seit 1968 verheiratet mit einer Ärztin, 3 Töchter, 6 Enkelkinder, Studium der Politikwissenschaften, Soziologie und Geschichte an der Universität Freiburg, Magister-Examen, Promotion (Dr. phil.), Wiss. Ass.,
Hochschullehrer, Rektor an einer kath. Fachhochschule, Präsident aller kirchlichen Hochschulen in Deutschland,
Abgeordneter im Europäischen Parlament,
Minister der Finanzen und Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt,
Personal- und Unternehmensberater in Deutschland, später auch in Bulgarien,
Beauftragter der Deutschen Bahn bei der EU in Brüssel, im Auftrag der EU Berater der Minister für Wirtschaft, danach der Finanzen der bulgarischen Regierung in Sofia für den EU-Beitritt Bulgariens;
Kommentare, Essays und Gastbeiträge in Rundfunk und Zeitungen, Vorträge im In- und Ausland zur Situation in Politik, Gesellschaft und Kirche, dazu und zu anderen Themen zahlreiche Publikationen.
Mitglied im Kuratorium vom „Forum Deutscher Katholiken“ und seit 2016 Schirmherr der Kongresse dieses Forums.