Zur Bildung einer neuen Bundesregierung: Keine politische Wende in Sicht!

Nach den vergeblichen Bemühungen eine Jamaika-Koalition zu schmieden, haben die Unionsparteien im zweiten Anlauf mit der SPD eine „große Koalition“ zusammengeschustert. Verhandlungsthemen waren u.a. Bürgerversicherung, Spitzensteuersatz, Solidaritätszuschlag und die Familienzusammenführung für Flüchtlinge.

Ein politischer Neuanfang oder eine Wende sehen anders aus. Existentielle Themen, wie z.B. die demographische Entwicklung, spielten keine Rolle. Zukunftsprobleme unseres Landes, die mit vitalen Familien mit Kindern verknüpft sind, waren nicht das Thema.

Obwohl es der Wirtschaft (noch) gut geht, greift Angst um sich. „German Angst“ ist eine weltweit bekannte Zustandsbeschreibung für die Deutschen. Mit Angst lassen sich aber künftige Krisen nicht bewältigen. Diese Angst hat auch damit zu tun, dass die Kraftquelle einer Gesellschaft, die mit einer religiösen Bindung gegeben ist, versickert, weil der Glaube in unserem Land immer mehr verdunstet.

Der geistig-moralische Zustand kann in der deutschen Gesellschaft nicht besser sein als die Situation in der Ortskirche. Es sind zwei Seiten einer Medaille, die wie bei kommunizierenden Röhren ein ähnliches Niveau haben.

Die Bischöfe, welche – von den bekannten Ausnahmen abgesehen – zu den Vorgängen, die ihre Mitsorge für die Gesellschaft betreffen (z.B. zum Schutz des Lebens, zur Abtreibung, zur Gerechtigkeit gegenüber der Familie, zur Gender-Ideologie) geschwiegen haben, haben auch bei der Regierungsbildung die Anliegen der Katholiken nicht kraftvoll zum Ausdruck gebracht.

Die Groko kam schließlich deswegen zustande, weil sowohl die Union als auch die SPD sich vor dem Ausgang von Neuwahlen fürchten und Frau Merkel die politische Macht nicht verlieren wollte. Sie hatte ihre Chance. 12 Jahre lang. Aus der Sicht von Katholiken war sie an dem, was einer Gesellschaft Festigkeit und moralischen Halt gibt, nämlich die Familie, desinteressiert. Abtreibung, assistierten Suizid, Gender-Ideologie oder die „Ehe für alle“ hielt sie wohl für die üblichen Begleiterscheinungen der Postmoderne. Die Groko wird daran nichts ändern.

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