Wir stellen die Referenten und Mitwirkenden des Kongresses „Freude am Glauben“ 2020 vor – Prof. Dr. Werner Münch

Prof. Dr. Werner Münch, Ministerpräsident a.D.

Schirmherr des Kongresses

VITA

Geboren 1940, seit 1968 verheiratet mit einer Ärztin, 3 Töchter, 6 Enkelkinder, Studium der Politikwissenschaften, Soziologie und Geschichte an der Universität Freiburg, Magister-Examen, Promotion (Dr. phil.), Wiss. Ass., Hochschullehrer, Rektor an einer kath. Fachhochschule, Präsident aller kirchlichen Hochschulen in Deutschland, Abgeordneter im Europäischen Parlament, Minister der Finanzen und Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt, Personal- und Unternehmensberater in Deutschland, später auch in Bulgarien, Beauftragter der Deutschen Bahn bei der EU in Brüssel, im Auftrag der EU Berater der Minister für Wirtschaft, danach der Finanzen der bulgarischen Regierung in Sofia für den EU-Beitritt Bulgariens, Politikberater und Wirtschaftslobbyist in Aserbaidschan, dort mehrfach Wahlbeobachter; Kommentare, Essays und Gastbeiträge in Rundfunk und Zeitungen, Vorträge im In- und Ausland zur Situation in Politik, Gesellschaft und Kirche, dazu und zu anderen Themen zahlreiche Publikationen. Mitglied im Kuratorium vom „Forum Deutscher Katholiken“ und seit 2016 Schirmherr der Kongresse dieses Forums.

 

Freitag, 12.06.2020, 16:55 Uhr

„Wachsende Sehnsucht nach Klarheit in

Kirche und Gesellschaft“ 

 

Wenn man eine größere Zahl von eigenen öffentlichen Auftritten bewältigt und Reaktionen nach Beiträgen in Medien beurteilt, dann spürt man bei vielen Zuschauern, Hörern und Lesern eine zunehmende Unsicherheit in wichtigen Fragen, die ihr Leben betreffen, und nicht selten zusätzlich eine „Gruppen – Fixierung”, d. h. eine festgelegte Meinung mit Gleichgesinnten. Das hat oft eine Reduzierung auf wenige Standardbegriffe, die Gegensätze beschreiben, zu tun ( links – rechts, konservativ – progressiv, verschroben – modern, positiv – negativ usw …) mit der Folge einer Dialog-Verweigerung und einer Einschränkung des eigenen Nachdenkens.

In kirchlichen Fragen werden Regeln der Wahrnehmung von Schrift und Tradition vernachlässigt, während katholische Wahrheiten neu formuliert und als notwendige Erneuerungen der Kirche der Öffentlichkeit angeboten werden, als ob sie beliebig wie auf einem Spielfeld hin- und hergeschoben werden könnten: Zölibat, Frauenordination, Priesterweihe für verheiratete Diakone, Segnung von Homosexuellen, Erteilung der hl. Kommunion für wieder verheiratete Geschiedene, vorehelicher Sexualverkehr und Sexualleben nur nach dem Lustprinzip ohne Verantwortung stehen hauptsächlich für diese Diskussion. Da sich auch Bischöfe und der Klerus in diesen Fragen nicht einig sind, bleibt der gläubige Katholik, für den Jesus Christus im Mittelpunkt steht, rat- und orientierungslos, zumal die Kirche durch den sexuellen Missbrauch ohnehin schon genügend Vertrauen verspielt hat.

Im gesellschaftlichen Streit, z. B. über Grenzen der Forschung, vor allem in der Bioethik, in Fragen des Lebensschutzes, einer „Ehe für alle”, über Gender- Mainstreaming, Flüchtlinge und Migration, Sicherheit und Kriminalität im Lande, geht es ihm bei einem christlichen Standpunkt, den er kaum noch wiederfindet, nicht anders; denn die einen hängen an den Lippen der Regierung und ihr zustimmenden Medien-Vertretern, und die anderen sind vielfach der Meinung, dass nur noch Schweigen ihr Überleben garantiert.

In der Bilanz bedeutet dies alles, dass wir enorm gefordert sind, weil wir nicht zulassen dürfen, dass uns die Scham, dass wir katholisch sind, am Bekenntnis hindert. Hinwegsehen oder gar Abwendung von der Kirche sind keine Lösungen.

Wir müssen authentische Christen bleiben, die im Glauben fest verwurzelt sind und ihn überzeugend weitergeben wollen. Evangelisierung und Glaubensvertiefung sind unsere Ziele dieses 20. Kongresses „Freude am Glauben“, der zusätzlich wichtig ist für die Festigung unserer Glaubensgemeinschaft.

 

 

 

 

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