Menschenwürde und künstliche Befruchtung

Die Fortpflanzung gehört zu den zeit- und kulturunabhängigen Bedürfnissen der menschlichen Natur. Dass Mann und Frau sich danach sehnen, miteinander Vater und Mutter zu werden, ist Teil der menschlichen, geschlechtsbezogenen Identität. Rund 10 bis 15 Prozent der Paare, die sich Kinder wünschen, haben jedoch Schwierigkeiten, ohne ärztliche Hilfe schwanger zu werden. Die Legitimität einer medizinischen Intervention bei der Fortpflanzung hängt aber davon ab, dass sich der Arzt der Tatsache bewusst bleibt, dass er es nicht nur mit dem Kinderwunsch eines Paares, sondern mit dem Kind als einem dritten Subjekt zu tun hat. Das Kind als eigenständiges Subjekt, dem Menschenwürde zusteht, aber ist das große Tabu der assistierten Reproduktion. Mit der Menschenwürde und der aus ihr abgeleiteten Pflicht, alles zu unterlassen, was Leben, Freiheit und Gleichheit des Embryos existentiell bedroht, kollidieren mehrere Aspekte der künstlichen Befruchtung.

Mit der Verteidigung der Sexualität und des ehelichen Liebesaktes als einer leib-seelischen Einheit bringt die katholische Kirche zum Ausdruck, dass es eine Würde der menschlichen Fortpflanzung gibt, die gewiss vielfach missachtet wird, nicht nur in der künstlichen Befruchtung – die aber dennoch eine Voraussetzung gelingenden Lebens ist.

Zu diesem Thema spricht Prof. Dr. Manfred Spieker beim Kongress Freude am Glauben am 20.-22. Juli 2018 in Fulda. Melden Sie sich gleich an.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.