Presseerklärungen 2010

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) tritt mit für die Kirche unannehmbare Forderungen an die Öffentlichkeit.

Darauf antwortet das Forum Deutscher Katholiken.

Seit der Urkirche mit Maria im Zentrum haben Frauen eine wichtige Rolle in der Kirche gespielt. Frauen waren entscheidend an der Bekehrung ganzer Völker (z. B. der Langobarden) beteiligt. Sie haben Orden gegründet, andere reformiert, Schulen und caritative Einrichtungen ins Leben gerufen. Auf eine Frau geht die Einführung des Fronleichnamsfestes zurück. Eine andere Frau hat veranlasst, dass der Papst von Avignon nach Rom zurückgekehrt ist und der innerkirchliche Friede wiederhergestellt wurde. Ordensfrauen waren bahnbrechend in der Naturmedizin und in der wissenschaftlichen Forschung. In unserer Zeit haben Frauen in wichtigen vatikanischen Räten, die dem Papst zur Seite stehen, Sitz und Stimme.

Keine dieser Frauen, die Reformen in der Kirche vorangebracht haben, hat sich nach Leitungsfunktionen gedrängt oder das Priestertum für die Frau gefordert, weil sie das Wesen der Kirche kannten, das ein Dienst an Gott und den Menschen ist.

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), die die Nichtmöglichkeit der Frauenpriesterweihe ignoriert und mit Netzwerken und Gruppen zusammenarbeitet, die das Priesteramt für Frauen fordern, ist nicht die Vorhut einer kirchlichen Reform, sondern die Nachhut, die in Gefahr ist, den Anschluss an die Kirche zu verlieren.

Für die Frauen im Forum Deutscher Katholiken
Marianne Müller

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Von Limburg geht Hoffnung aus!

Was macht einen guten Bischof aus? Nicht, dass er Fahrrad fährt oder in einer Wellblechbaracke haust, während seine Diözesanen in komfortablen, gut eingerichteten Häusern wohnen und Autos verschiedenster Marken fahren!

Einen guten Bischof erkennt man daran, dass er die Botschaft Jesu Christi verkündet, „sei es gelegen oder ungelegen.“

Den Kritikern des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst geht es in Wahrheit nicht um seinen PKW, sein renoviertes Haus am Dom oder die „Karriere“ in jungen Jahren. Es geht darum, dass der Bischof seinen Dienst so verrichtet, wie er es bei seiner Bischofsweihe versprochen hat, in Treue zum Evangelium und in Loyalität zum Papst und Rom als Zentrum der Universalkirche.

Der „Spiegel“ und andere antikirchliche Medien kritisieren, dass der Limburger Bischof die kirchliche Ordnung dort wiederherstellt, wo das notwendig ist, und sich dabei nicht einschüchtern lässt.

Das Forum Deutscher Katholiken und die ihm angeschlossenen Gemeinschaften danken dem Bischof von Limburg für seine Standfestigkeit und für seinen Mut, weil sie darin ein Zeichen der Hoffnung für unsere Kirche sehen.

Prof. Dr. Hubert Gindert (Vors. des Forums Deutscher Katholiken)

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Von Deutschland darf nicht das Unheil ausgehen!

Von Deutschland nahmen die Theorien von Karl Marx ihren Ausgang. Sie haben in vielen Ländern der Welt dazu beigetragen, die Gesellschaft durch Klassenkampf zu zerstören.

Sollen jetzt von Deutschland Theorien ausgehen, die das Wesen des Menschen zerstören, der seiner seiner Natur gemäß unverwechselbar Mann oder Frau ist?

Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, forderte auf einem internationalen Kongress vom 28. bis 30. Okt. 2010 in Berlin die Auflösung und Überwindung der Geschlechteridentität. Nach Krüger müsse das Prinzip des Gender-Mainstreaming als „zentrale Dimension aller gesellschaftlichen und politischen Bereiche“ umgesetzt werden. Gender Mainstreaming soll zu einem die Gesellschaft und Politik dominierenden Prinzip werden, damit sich „hegemoniale“ Vorstellungen von Sexualität auflösen würden.

Das Forum Deutscher Katholiken und die ihm angeschlossenen Gemeinschaften fordern die sofortige Ablösung von Thomas Krüger als Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung.

Prof. Dr. Hubert Gindert (Vors. des Forums Deutscher Katholiken)

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Ein überholtes obrigkeitsstaatliches Denken!

Bundespräsident Wulff hat in seiner Rede zum 5. Oktober mit seiner Behauptung, auch der Islam gehöre zu Deutschland, „zu Recht Widerspruch“ ausgelöst, wie Bischof Franz Peter Tebartz van Elst bemerkt hat. Wenn der Limburger Bischof an die „Christliche Leitkultur erinnert, die „keine utopische Formel“, sondern „eine Realität in Deutschland“ sei, dann hat er jedenfalls die historische Wahrheit auf seiner Seite.

Der Feuilleton-Chef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), Patrick Bahners, nahm die Stellungnahme des Bischofs Tebartz van Elst zum Anlass, ihm eine Belehrung in bischöflichem Amtsverständnis und in staatsbürgerlichem Verhalten zu erteilen und dessen Grundrecht auf Meinungsfreiheit zu einer fragwürdigen Äußerung des Bundespräsidenten in Frage zu stellen. Bahners geht einen Schritt weiter. Er bekennt sich in seinem Beitrag zu einen Staatskirchentum, das sich unverhohlen in die inneren Verhältnisse der katholischen Kirche einmischt. Er droht der Kirche an: „Wenn der Bischof von Limburg glaubt, der Rechtsstaat werde katholische Ausnahmen von der Gleichbehandlung von Mann und Frau wegen vergangener kultureller Verdienste der Kirche ewig dulden, unterschätzt er die Dynamik der Zivilreligion des Menschenrechtsuniversalismus.“

Der Kirchenhistoriker Walter Brandmüller hat einmal geäußert (Tagespost 6.7.2010) „Die publizistische Christenverfolgung ging jeweils den gesetzgeberischen verwaltungsmäßigen Verfolgungsmaßnahmen voraus.“

Das Forum Deutscher Katholiken und die mit ihm verbundenen Gemeinschaften weisen ein solches überholtes obrigkeitshöriges, um nicht zu sagen totalitäres Denken mit seiner Einmischung in innerkirchliche Angelegenheiten entschieden zurück!

Prof. Dr. Hubert Gindert (Vors. des Forums Deutscher Katholiken)

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Grußwort des Forums Deutscher Katholiken bei der Veranstaltung
„Pro Papa“ am 11.07.10 auf dem Odeonsplatz in München:

Wir vom Forum Deutscher Katholiken und den ihm angeschlossenen Gemeinschaften grüßen in Liebe und Ehrerbietung unseren Hl. Vater Papst Benedikt XVI.

Hl. Vater, wir stehen in uneingeschränkter Solidarität und Treue zu Ihnen als Nachfolger Petri und Stellvertreter Christi auf Erden und gedenken Ihrer in unseren Gebeten.

Wir danken Ihnen für Ihr großartiges Glaubenszeugnis in der Nachfolge Christi unseres Herrn.

Wir stellen unser Bemühen um die Neuevangelisierung unseres Landes unter den Schutz der Gottesmutter Maria, der Patrona Bavariae, und aller Heiligen unseres Landes und erbitten für uns den besonderen apostolischen Segen.

gez. Prof. Dr. Hubert Gindert

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Nur noch Rom kann helfen!

Das Forum Deutscher Katholiken und mit ihm der Initiativkreis katholischer Laien und Priester in der Diözese Augsburg haben sich in der gegenwärtigen Situation der Diözese Augsburg an Rom gewandt.

Sie bitten um Hilfe, da Einheit und Disziplin in der Diözese weithin verloren gegangen sind, die Vorgänge um den Rücktritt von Bischof Dr. Walter Mixa nicht aufgeklärt sind

und auf allen Ebenen der Diözese kirchenspalterische Tendenzen sichtbar werden. Ganz besonders tun sich hier führende Leute einer sogenannten „Pfingsterklärung“ hervor, die verräterischerweise denselben Namen trägt, wie die „Pfingsterklärung“ von 1871, die den Weg zur Abspaltung der Altkatholiken vorbereitete. Die kirchenspalterische Tendenz wurde bisher auch auf verschiedenen Veranstaltungen dieser Gruppe überdeutlich.

Die Diözese braucht solide Voraussetzungen zur Erneuerung in der Einheit mit dem Heiligen Vater.

Prof. Dr. Hubert Gindert, Forum Deutscher Katholiken
Gerhard Stumpf, Initiativkreis kath. Laien und Priester in der Diözese Augsburg

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Für die Einheit der Kirche – gegen Kirchenspaltung

Die Kirche Jesu Christi ist die Gemeinschaft der Gläubigen, die vom Nachfolger des hl. Petrus und von den mit ihm verbundenen Bischöfen geleitet wird. Sie ist durch das Glaubensbekenntnis, durch die Sakramente und durch die kirchliche Leitung geeint.

Führende Vertreter der sog. „Pfingsterklärung“ versuchen, die derzeitige Notlage in der Diözese Augsburg auszunutzen, um die Glaubens- und Sittenlehre der Kirche zu ändern. Ihr Ziel ist die Schaffung einer anderen Kirche, nämlich einer „demokratischen“ zeitgeisthörigen Funktionärskirche.

Wir wollen die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche unseres Herrn Jesus Christus. Das ist die Kirche, die wir lieben. Deshalb stehen wir in Loyalität zum Heiligen Vater, zu seinem Lehramt und zu den mit ihm verbundenen Bischöfen. Wir bitten alle Katholiken, den kirchenspalterischen Tendenzen entgegenzutreten, weil gerade mit der Wiederherstellung der Einheit die Kirche erneuert werden kann.

Prof. Dr. Hubert Gindert
Forum Deutscher Katholiken und die mit ihm verbundenen Gemeinschaften

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Erklärung zu den Angriffen auf den Bischof der Diözese Passau, Wilhelm Schraml

Am Pfingstmontag, den 24. Mai 2010, brachte das Bayerische Fernsehen einen Bericht über eine Passauer Laieninitiative, die sich gegen den Diözesanbischof von Passau, Bischof Wilhelm Schraml, richtet.

In der Kirche Jesu Christi geht es um Dienen und nicht um Herrschen. Machtausübung und Machtverteilung ist der Kirche wesensfremd.

Jesus Christus hat seine Kirche auf Petrus, auf die Apostel und ihre Nachfolger gegründet und nicht auf demokratische Mehrheiten.

Wenn nun eine Laieninitiative in der Diözese Passau einen Bischof in seiner Tätigkeit beschränken möchte, so ist das die Klerikalisierung der Laien. Das steht im Gegensatz zu den Aussagen des 2. Vatikanischen Konzils über die Aufgaben der Laien. Das Konzil umschreibt diese mit der „gottgewollten Ordnung der zeitlichen Dinge“ in „Familie, Wirtschaft, Kunst, beruflichem Schaffen, Einrichtung des politischen Lebens“ (Dekret über das Laienapostolat, Ziff. 7).

Unsere Gesellschaft braucht dringend das glaubwürdige Zeugnis der christlichen Laien in der Welt. Dort fehlt es nämlich!

Das Forum Deutscher Katholiken und die ihm verbundenen Gemeinschaften
Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken

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Was wir wollen

Wir haben genug von denen, die – angeblich im „Geist des Konzils“ – seit vierzig Jahren die Kirche in Deutschland zerneuern.

Wir wollen nicht die Zeitgeist-Kirche eines Hans Küng.

Wir wollen nicht die Pillen-Kirche einer Margot Käßmann.

Wir wollen die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche unseres Herrn Jesus Christus,

die Kirche, die von Papst und Bischöfen geleitet wird,

die Kirche, von der das Zweite Vatikanische Konzil spricht,

die Kirche, der unser Taufgelübde gilt,

die Kirche von Pater Rupert Mayer, von Maximilian Kolbe, von Mutter Teresa, von Pater Werenfried van Straaten, (…)

die Kirche, für die unsere Väter und Mütter gestritten und gelitten haben.

Das Forum Deutscher Katholiken und die mit ihm verbundenen Gemeinschaften

Prof. Dr. Hubert Gindert

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Jetzt zur Kirche stehen

Als wir das Programm für den Kongress 2010 vorbereiteten, konnten wir nicht ahnen, dass das Motto „Die Kirche – Dienerin der Wahrheit und Zeichen des Widerspruchs“ mit Vorträgen wie „Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen“ (Joh 15,20) so aktuell werden könnte, wie wir das in der Medienkampagne seit Ende März erleben.

Die Frage ist: Wird die katholische Kirche endlich ihren Mund halten, wenn es um die Sexualmoral geht und was damit zu tun hat: Abtreibung, Homosexualität, eheliche Treue, Zölibat…? Die Kirche, geschwächt durch sexuelle Missbrauchsfälle, so zu diskreditieren, dass sie künftig schweigt, war wesentliches Ziel der Medienkampagne. Eine solche ist definiert durch: „Die Intensität der Berichterstattung, das Ausmaß der Anprangerung über das sachlich angemessene Maß und die Absicht, andere zu schädigen“ (Kepplinger). Der Chefredakteur der Augsburger Zeitung, die in dieser Medienkampagne eifrig mitgewirkt hat, schrieb am 22.04.2010 zu Bischof Mixa: „Es gab tatsächlich eine Kampagne bestimmter Medien, es wurden tatsächlich entlastende Informationen unterschlagen und einzelne Vorwürfe in unseriöser Weise aufgebauscht“.

Die Medienkampagne hätte auch dann ihr Ziel erreicht, wenn die Kirche aus Menschen- oder aus Medienfurcht verschweigen würde, was allein sie erneuern kann, nämlich die Rückkehr zur unverkürzten und unverfälschten Botschaft Christi und zur Lehre der Kirche.

Woran können sich Katholiken heute aufrichten?

Die Kirche ist schon dabei, Vertrauen zurück zu gewinnen, weil sie zu Reformen fähig und bereit ist, wie der Brief des Papstes an die irischen Bischöfe mit nicht überbietbarer Deutlichkeit zeigt. Wo gibt es einen Politiker, der mit gleicher Entschiedenheit und Mut zu Reform und zur Umkehr vom Irrweg aufruft, den die Gesellschaft seit der Kulturrevolution der 68er genommen hat oder der fordert, die „Reformgesetze“ zur Abtreibung, Ehescheidung, Jugendschutz auf den Prüfstand zu stellen?

Braucht diese Gesellschaft die Kirche noch? Die Kirche kann den Menschen das zurückgeben, was keine menschliche Institution kann, nämlich ihre Würde. Wer in materielle Not kommt, erhält vom Staat Sozialhilfe. Was ist aber, wenn jemand, wie der verlorene Sohn, auf ein verpfuschtes Leben zurückblickt? Wer zieht ihm eine neues Gewand an und Schuhe für seine Füße? Wer steckt ihm einen Ring an den Finger und spricht wir müssen ein Fest feiern? Das kann nur die Kirche, weil sie Sünden vergeben kann.

Um die Menschen aufzurichten, hat Papst Benedikt die irischen Katholiken in seinem Brief an ihre großen Leistungen in der Vergangenheit und an ihre Standfestigkeit in der Verfolgung erinnert. Auch die deutschen Katholiken haben glänzende Seiten in ihrer Geschichte. Nehmen wir nur die hinter uns liegende Zeit. Wir haben den Jesuitenpater Rupert Mayer in München, den Bischof von Galen von Münster, den Kardinal Preysing von Berlin, Erzbischof Dyba von Fulda, Kardinal Scheffczyk und die vielen Glaubenszeugen, die wir im „Fels“ vorstellen.

Die Kirche ist aus jeder Verfolgung gestärkt und erneuert hervorgegangen. Christen, besonders Katholiken, werden heute weltweit verfolgt. Hier werden die Batterien aufgefüllt für die Kraftquelle, die zu einer Erneuerung führen wird. Hat die Kirche noch eine Zukunft? fragen heute manche. Die Kirche Christi hat immer Zukunft! Dafür steht die Zusage des Herrn: „Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwinden“.

Sind wir für diesen Kirchenkampf gerüstet? Der ökumenische Kirchentag hat gezeigt, die Christen sind nicht nur in Katholiken, Protestanten und Orthodoxe gespalten. Der Riss geht quer durch die Kirche. Für Katholiken ist der entscheidende Prüfstein: „Wie stehst Du zum Papst?“

In Italien haben 70 Laienorganisationen für Samstag, den 16. Mai zu einer Sympathiekundgebung für den Heiligen Vater nach Rom aufgerufen. Über 200.000 Katholiken waren auf dem Petersplatz! Warum ist das in Deutschland nicht möglich? Wir sind zuwenig vernetzt. Kommen Sie nach Fulda, damit wir dort ein Zeichen für die Kirche und den Heiligen Vater setzen!

Prof. Dr. Hubert Gindert

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Offener Brief an die Leitung des Ökumenischen Kirchentages

Ökumenischer Kirchentag – eine vertane Chance!

Mit großer Besorgnis nehmen wir zur Kenntnis, dass das offizielle Programm des Ökumenischen Kirchentages in München 28 Veranstaltungen von „Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern“ enthält.

Diese Veranstaltungen beschäftigen sich mit Menschen, die sich auf ihre sexuellen Probleme konzentrieren und oft in schriller Weise Gottes Wort und die Lehre der Kirche missachten. Dabei bringen sie doch mit ihren lautstarken, aggressiven Wortführern nicht einmal die eigenen Reihen hinter sich.

Homosexuelle beiderlei Geschlechtes und auch Bisexuelle können sich wie alle Teilnehmer in den Diskussionsgruppen einbringen, ohne diskriminiert zu werden. Ihre Privilegierung durch eine große Zahl eigener Veranstaltungen ist jedoch ungerechtfertigt. Ja, sie bedeutet in solcher Massierung besonders für junge Menschen auf ihrer Suche nach Sinn und innerem Halt sogar eine Fehlorientierung.

In unserer für die Kirchen so schweren Zeit, in der der Mangel an geistlichem Leben und an biblischer Orientierung bei vielen Amtsträgern und Gläubigen täglich dramatisch zutage tritt, sollte dieser Kirchentag entschieden zu den geistlichen Quellen aus Hl. Schrift und Tradition und zu einem mächtigen missionarischen Bekenntnis kommen, das der Welt von Jesus Christus Zeugnis gibt.

Wir protestieren deswegen gegen ein Programm, das Formen von schöpfungswidriger Sexualität privilegiert und das auch aus Kirchensteuern, d. h. mit dem Geld aller Gläubigen finanziert wird. Gegen eine solche Vereinnahmung verwahren wir uns.

Ein Ökumenischer Kirchentag mit einem derartig fragwürdigen Programm ist – obwohl er von den Bischöfen beider Konfessionen unterstützt wird – kein Zeichen eines gemeinsamen Zeugnisses in der Welt. Er verliert stattdessen seinen missionarischen Charakter. Auf dem Weg zu einer sichtbaren Einheit der Christen ist dieser Kirchentag kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt, den wir nur bedauern können.

Forum Deutscher Katholiken 11. April 2010
Prof. Dr. Hubert Gindert

Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften
Prof. Dr. Peter Beyerhaus, Ulrich Rüß

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Presseerklärung zum Film „Judas & Jesus“

Pünktlich vor Ostern wird der Film „Judas & Jesus“ mit Preisen überhäuft. Der Zeichentrickfilm ist dabei fern ab „jedes guten Geschmacks“ und in „jeder Beziehung blasphemisch“. Leider muss man der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) Recht geben, wenn diese bemerkt: „Der Animationsfilm ‚Judas & Jesus‘ markiert eine neue, besonders geschmacklose Dimension auf der nach oben hin offenen Blasphemie-Sklala.“ Dies sind Christen in Deutschland mittlerweile gewohnt. Dass jedoch ausgerechnet der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien „derartigen Unflat“ fördert, ist unerträglich, so die Vorsitzenden des Forums Deutscher Katholiken, Prof. Hubert Gindert und der KSBB, Andreas Späth in einer gemeinsamen Presseerklärung. Während man seitens von Regierungsorganisationen anderen Religionen mitunter übergehörigen Respekt erweist, zeigt diese Förderung auch durch das Medienboard Berlin-Brandenburg einmal mehr mit welch furchtbarer Aggressivität die eigene Kultur zerstört und der christliche Glaube verunglimpft werden soll. Wir fordern die Bundesregierung und die beteiligten Regierungsbehörden des Medienboards auf, sich unmissverständlich von diesem Film zu distanzieren, jede Förderung dieses Projektes einzustellen und umgehend eine Indizierung als jugendgefährdend zu veranlassen. Diese Förderung durch einen führenden CDU-Politiker und studierten Pädagogen beweist aufs Neue die bittere Notwendigkeit des Arbeitskreises Engagierter Katholiken (AEK) und der Aktion „Den Linkstrend stoppen“ sowie ein gesellschaftspolitisches Zusammenstehen aller ernsten Christen über die Konfessionsgrenzen hinweg.

Andreas Späth, KSBB

Prof. Dr. Hubert Gindert, Forum Deutscher Katholiken

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Offener Brief

Sehr geehrte Frau Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger!

Sie haben in außerordentlich scharfer und einseitiger Weise versucht, das Problem des sexuellen Missbrauches vorrangig als ein Problem der katholischen Kirche darzustellen. Dabei haben Sie ausgeblendet, dass es sich bei der Thematik keineswegs um ein spezifisches Problem der katholischen Kirche handelt. Ob dies nicht beides mit Ihrer Mitgliedschaft in der Humanistischen Union (HU) zusammenhängt?

Tatsache ist jedenfalls, dass demselben Beirat in der HU, dem Sie angehören, Menschen angehören und gehörten, die sexuellen Missbrauch an Kindern massiv verharmlost haben, ihr mutmaßliches Wissen über kriminelle Handlungen verschwiegen haben und sogar – glaubt man der Presse – dafür eintraten, Minderjährige an Päderasten auszuliefern.

Zudem wurde ein einstimmiger Vorstandsbeschluss der HU, der sich in schlimm verharmlosender Weise zum Thema Missbrauch äußert, von der Delegiertenversammlung nur mit etwas über 50% zurückgewiesen. Das bedeutet umgekehrt, dass fast die Hälfte der Delegierten diese furchtbaren Entgleisungen als HU-Position offenbar gutgeheißen hätte. Für den Antrag, „Elektronische Verweise (Links) auf die HU-Homepage zu unterbinden, die den Eindruck erwecken, die HU billige derartige [pädosexuelle] Kontakte. Diesbezüglich sind unter anderem die Webseiten der ´Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität´ und des offenbar von ihr betriebenen ´Pädo-Portals´ zu überprüfen“, fand sich gar nur noch eine Mehrheit mit einer Stimme Vorsprung.

Die Humanistische Union hat nach unserer Meinung ein massives Abgrenzungsproblem zu pädophilen Einstellungen. Schweigen heißt unserer Meinung nach auch hier nichts anderes als Vertuschen.

Ihr nun medienwirksam veröffentlichter Einsatz für Kinderschutzorganisationen lässt sich nach den nun ans Licht gekommenen Fakten nicht mehr glaubwürdig mit einer Mitgliedschaft in der Humanistischen Union verbinden.

Deshalb fordern wir Sie auf: Wenden Sie Schaden von Ihrem Amt ab und treten Sie umgehend aus der HU aus! Ansonsten sind Sie als Bundesjustizministerin nicht mehr tragbar!

Andreas Späth, KSBB

Prof. Dr. Hubert Gindert, Forum Deutscher Katholiken

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Die zur Jahresversammlung einberufenen Mitglieder des Forums Deutscher Katholiken und der ihm angeschlossenen Gemeinschaften haben am 7. März folgende Erklärung einstimmig beschlossen:

Die sexuellen Missbrauchsfälle in einigen von Ordensgemeinschaften geleiteten Schulen und Internaten haben dazu geführt, die katholische Kirche pauschal zu beschuldigen und ihre Sexualmoral zu diskreditieren.

Dazu erklären das Forum Deutscher Katholiken und die ihm angeschlossenen Verbände:

Nicht die Kirche gehört auf die Anklagebank, sondern

  • die Täter, die Mitwisser und Vertuscher,
  • diejenigen, die in der Vergangenheit sexuelle Kontakte mit Minderjährigen „entkriminalisieren“ wollten,
  • diejenigen, die die Sexualisierung der Gesellschaft vorangetrieben haben.

Es gibt keine Kollektivschuld, sondern nur individuelle Verfehlung.

Wer die Sexualmoral der Kirche an den Pranger stellen möchte,

verschweigt,

  • dass die Kirche stets solche Missbrauchsfälle als „verabscheuungswürdige“ Verbrechen gebrandmarkt hat,

verschweigt

  • die in 15 Jahren polizeilich festgestellten 210.000 sexuellen Missbrauchsfälle in der Gesellschaft,

verschweigt,

  • dass alle Institutionen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, wie Sport- und Freizeiteinrichtungen, Schulen und Internate solche Personen anziehen, die unerlaubte Sexualkontakte suchen.

Nicht nur Katholiken haben Umdenken und Umkehr nötig, sondern die Gesamtgesellschaft!

Wir sind tief betroffen, dass die Justizministerin einer sich als christlich-liberal verstehenden Koalition die unwahre Behauptung aufgestellt hat, es mangele der Kirche an Bereitschaft zu Aufklärung und Zusammenarbeit.

Wir danken dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz für seine Klarstellungen und die Zurückweisung der staatlichen Eingriffe in die Autonomie der Kirche und bitten die Bischöfe, sich nicht von den Medien einschüchtern zu lassen und mit Freimut die Lehre der Kirche in der Öffentlichkeit zu vertreten.

Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken

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Bischof Mixa hat Recht!

Erklärung vom 17. Februar 2010

Bischof Mixa hat die „sexuelle Revolution“ und die „zunehmende Sexualisierung der Öffentlichkeit“ für die sexuellen Missbrauchsfälle, die an einigen, von Jesuiten geführten Schulen, aufgetreten sind, mitverantwortlich gemacht.

Die Grünen-Chefin Claudia Roth wirft Bischof Mixa deswegen eine „beispiellose Verhöhnung der Opfer sexuellen Missbrauchs“ vor und fordert eine „kritische Auseinandersetzung mit der repressiven Sexualmoral der katholischen Kirche“. Das ist der durchsichtige Versuch von Ursachen abzulenken, die katholische Kirche pauschal anzuklagen und unter Generalverdacht zu stellen. Schuld ist immer persönlich, nie kollektiv. Die katholische Kirche hat sich immer gegen eine maßlose sexuelle Freizügigkeit gestellt. Die Notwendigkeit ihrer Warnungen wird durch die aufgedeckten Missbrauchsfälle bestätigt.

Bischof Mixa hat die Opfer nicht verhöhnt. Er hat vielmehr von einem „abscheulichen Verbrechen“ gesprochen und gefordert, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Wann hat sich Claudia Roth entrüstet, als gefordert wurde, sogar sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Minderjährigen zu legalisieren?

Es ist generell an der Zeit, nach dem Preis zu fragen, den wir für die Emanzipation von allen Normen durch die 68er Kulturrevolution zu zahlen haben, und die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft zu ziehen.

Prof. Dr. Hubert Gindert

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Sexuelle Missbrauchsfälle haben ihren Nährboden

Erklärung vom 9. Februar 2010

In Berlin und an weiteren Orten haben einige Jesuiten Schüler sexuell missbraucht. Gegenüber solchen Vergehen kann es nur Null-Toleranz geben. Die Täter und evtl. Mitwisser, die solche Untaten gedeckt haben, sind zur Verantwortung zu ziehen. Die Opfer sind – soweit dies möglich ist – zu entschädigen. Ihnen gehört unser Mitgefühl.

Der Jesuitenorden hat 18.815 Mitglieder, davon leben 418 in der Deutschen Ordensprovinz. Die meisten von ihnen, die an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen tätig sind, leisten hervorragende Arbeit. Deshalb sind ihre Schulen so gesucht und gefragt. Es ist deshalb ungerecht, die Jesuiten pauschal für die Untaten einiger Ordensangehöriger anzuklagen oder unter Generalverdacht zu stellen. Schuld ist immer persönlich, nie kollektiv.

Kriminelle Handlungen haben ihren Nährboden. Einige der Ursachen sexueller Missbräuche sind die Sexualisierung des öffentlichen Lebens, die Gleichsetzung aller Formen von Sexualität und der nahezu ungehinderte Zugang zu pornographischen Darstellungen in verschiedenen Medien.

Auch diese Ursachen sind an den Pranger zu stellen.

Die katholische Kirche hat sich immer gegen eine maßlose sexuelle Freizügigkeit gestellt. Die Notwendigkeit ihrer Warnungen wird durch die aufgedeckten Missbrauchsfälle bestätigt.

Prof. Dr. Hubert Gindert

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Was haben wir vom neuen ZDK-Präsidenten zu erwarten?

Anmerkung zu seiner Vorstellungsrede

Am 20. November 2009 wurde Alois Glück mit 169 von 189 Stimmen zum neuen Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) gewählt. Rund 30 Mitglieder des ZdK waren bei dieser Wahl nicht anwesend.

Welchen Kurs wird das ZdK unter seinem neuen Präsidenten, den Medien als einen „Glücksfall für die deutschen Katholiken“ bezeichneten, steuern? Seine Vorstellungsrede ist durchaus aufschlussreich, wegen dem, was gesagt und wegen dem, was verschwiegen wurde. An vielen Stellen bleibt sie unkonkret. Niemand hat erwartet, dass Glück bei jeder Aussage ins Detail geht, aber ein Stichwort, das über die Unverbindlichkeit hinausführt, hätte Klarheit bringen können. Wo Glück von der Kirche spricht, geschieht das distanziert. Kirche steht da wie ein Gegenüber. Das „sentire cum ecclesia“ d. h. das Mitfühlen mit der Kirche, welches das ZdK einmal charakterisiert hat, fehlt.

Glück fordert „von der Kirche mehr Mut zur Vielfalt und weniger Ängstlichkeit gegenüber der modernen Welt“. Aber – erklärt sich nicht ein Großteil der Ängstlichkeit und Orientierungslosigkeit der Menschen in unserem Land durch die angepriesene „Vielfalt“ und Gleich-Gültigkeit auf dem Markt der Meinungen? Glücks Satz, es „sei natürlich einfacher, in den Schutzräumen der eigenen Gesinnungsgemeinschaft zu bleiben als sich in der öffentlichen Debatte in die geistige Auseinandersetzung und in den Wettbewerb unterschiedlicher Wertvorstellungen einzubringen“, ist wohl als Rundumschlag gegen „konservative“ Katholiken zu sehen. Er provoziert die Gegenfrage: Wo bleibt die öffentliche Debatte seitens des ZdK über die Ursachen der zunehmenden Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft? Wo bleibt die öffentliche Debatte über das, was dem ungeborenen Kind bei der Abtreibung geschieht? Wo bleibt die geistige Auseinandersetzung über die Spätfolgen der Abtreibung für die Frau? Wo bleibt der Wettbewerb unterschiedlicher Wertvorstellungen über die geltende Abtreibungsregelung, von der das Bundesverfassungsgericht gefordert hat, dass sie auf den Prüfstand zu stellen sei?

Glück sieht in der Kirche „zuviel Abwehr gegenüber fremden Milieus“. „Veränderungen der Gesellschaft sollten nicht als Bedrohung, sondern als Aufgabe“ gesehen werden. Es wäre hilfreich, wenn wir wüssten, was unter „fremden Milieus“ gemeint ist. Sind es Staat und Politik, der Kulturbetrieb, die Freizeitgesellschaft?

Die Kirche, insbesondere die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. haben bei vielen Anlässen die großartigen Fortschritte der Moderne in Naturwissenschaft, Technik, Biologie und Medizin herausgestellt. Sie konstatieren aber auch, dass die Moral in vielem damit nicht Schritt hält. Der Zeitbetrachter hat nicht den Eindruck von einem Zuviel an Abwehr der Kirche gegenüber den genannten Milieus. Er konstatiert vielmehr zuviel Anlehnung der Kirche an den Staat in Deutschland, statt der geforderten Auseinandersetzung mit ihm, zuviel Hinnahme von Gewalt und Sex in den Medien und zuviel Toleranz gegenüber religiöser Diffamierung, die im Kulturbetrieb bis zur Religionsbeschimpfung reicht. Wann ist hier die Stimme des ZdK zu hören? Im Übrigen hätte eine Person in Führungsverantwortung, wie der ZdK-Präsident, die Aufgabe, die Katholiken in dieser säkularen, pluralistischen Gesellschaft zu einem mutigen Glaubenszeugnis gegen den „Mainstream“ aufzufordern.

Glück will eine „eigenständige Rolle der katholischen Laien“. Auf die Wahrnehmung dieser Eigenständigkeit durch das ZdK warten die Katholiken schon lange, nämlich dort, wo die Zuständigkeit gegeben ist, z. B. in der Politik, in Fragen von Ehe und Familie, im Berufsleben und im Freizeitbetrieb.

Wo bleibt das ermutigende Wort des ZdK an junge Leute, eine Ehe einzugehen, statt in unverbindlicher Partnerschaft zusammenzuleben – eine Massenerscheinung, die mitverantwortlich ist für die Kinderarmut in unserer Gesellschaft? Wo bleibt das klare Nein des ZdK zur rechtlichen Gleichstellung homosexueller Partnerschaft mit der Ehe? Wo bleibt der Widerstand gegenüber dem Zugriff des Staates auf die Familie in der Kinderkrippenpolitik? Wo bleibt der Ruf nach einer Reform der jetzigen schulischen Sexualaufklärung, die vielfach eine Frühsexualisierung der Kinder bedeutet?

Offenbar meint Glück mit der Forderung nach der eigenständigen Rolle nicht die Wahrnehmung solcher Laienaufgaben, die gegen die political correctness und die Tabuisierung der genannten Themen verstoßen, sondern die Aufwertung von ZdK-Erklärungen zu Zölibat, Priester- und Diakonenweihe von Frauen, Laienpredigt etc. und einen eigenständigeren Kurs gegenüber dem Papst und Rom. Dem ZdK wäre ein Seminar über das päpstliche Rundschreiben Johannes‘ Paul II. „Christi fideles laici“ zu empfehlen. Dort sind nämlich die Kriterien für den Zusammenschluss katholischer Laienverbände formuliert. Da Glück in seiner Rede kein Wort über das Verhältnis des ZdK zu Papst und Rom verliert, könnte sich das ZdK auf einem solchen Seminar auch mit der Gründungsgeschichte des ZdK in der Kulturkampfzeit unter Bismarck befassen, zumal Anzeichen dafür sprechen, dass wir einem Kulturkampf entgegengehen. Es gibt ja auch heute solche, die, wie damals Bismarck eine von Rom unabhängigere Kirche wollen. Bismarck hatte damals in Ludwig Windthorst einen ebenbürtigen Gegenspieler, die Katholiken heute haben einen solchen nicht.

Eine „missionarische Kirche wird ohne Erfahrungen und Mitwirkung der Laien wenig wirksam sein können“. Völlig richtig, Herr Glück! Wo ist aber diese Mitwirkung des ZdK bei den vielen Aufrufen unter Johannes Paul II. zur Neuevangelisierung geblieben? Und als kürzlich der Brandenburgische Minister Jörg Schönbohm fragte: „Was können wir gegen die Entkirchlichung und für die Wiederbelebung des Christentums in Ostdeutschland tun?“, brach ein Sturm der Entrüstung los. Vom ZdK bekam Schönbohm für seinen Mut keine Unterstützung. Was die „Missionierung“ betrifft, ist uns dagegen die Aussage eines ZdK-Ausschusses in Erinnerung, dass der allgemeine Missionsauftrag Christi für Juden nicht zu gelten habe.

Die weiteren Ausführungen des ZdK-Präsidenten in seiner Rede sind nur vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung um die Kandidatur für den ZdK-Vorsitz zu verstehen. Bekanntlich erreichte Wilhelm Brockmann, der erste Bewerber, wegen seines Engagements für „Donum Vitae“ nicht die erforderliche Zweidrittelzustimmung der Bischöfe. Dann wurde Alois Glück als Kandidat präsentiert. Ihn haben die Bischöfe durchgewunken, obwohl gegen ihn dieselben Ablehnungsgründe vorlagen. Sagt doch Glück von sich selbst: „Ich engagiere mich aus meiner persönlichen Gewissensentscheidung heraus schon seit Jahren für diese Beratung. Und das liegt auch voll auf der Linie des Bayerischen Beratungsgesetzes, das wir gegen größten politischen und öffentlichen Widerstand durchgesetzt haben“. Glück lässt nun sein „Donum Vitae“-Engagement „ruhen“. Seine Haltung zu dieser Initiative, die außerhalb der Katholischen Kirche steht, hat er nicht geändert.

Notwendig für das gesellschaftliche Engagement ist nach Glück „das Bewusstsein, dass persönliche Überzeugung und auch offizielle kirchliche Positionen in einer pluralen Gesellschaft nicht eins zu eins durchgesetzt werden könnten“ – und das bedeutet „Bereitschaft zum Kompromiss und Mut zur Vielfalt.“

Die Kirche kennt den Menschen, sie verkündet keine Utopien. Sie weiß, dass auch gut begründete Positionen manchmal keine parlamentarischen Mehrheiten finden. Trotzdem gibt es für Christen nicht übersteigbare Barrieren, wenn es z. B. – wie bei der Abtreibung – um eine Frage auf Leben und Tod geht. Gerade hier wäre die von Glück geforderte öffentliche und geistige Auseinandersetzung gefordert. Der Hinweis auf die plurale Gesellschaft ist der Versuch nach der Zustimmung zu einem nicht möglichen Kompromiss, sich selbst die Absolution zu erteilen.

Glück warnt „vor innerkirchlicher Unversöhnlichkeit“ und fordert „mehr Bereitschaft zu Austragung von Meinungsverschiedenheiten“. Das ZdK könnte einiges zur Versöhnung beitragen, nicht als Vor- sondern als Nachleistung, wenn es zugeben würde, dass die öffentliche Zurückweisung päpstlicher Schreiben bis hin zum Aufruf zum öffentlichen Widerstand (Laieninstruktion) schwere Fehler waren, die öffentlich zu korrigieren sind, oder wenn das ZdK klar sagen würde, dass die Unterstützung von „Donum Vitae“ beendet wird, weil das Zdk einem Irrtum aufgesessen ist.

Glück und das ZdK müssen zur Kenntnis nehmen, dass es eine Austragung von Meinungsverschiedenheiten nicht zu den vom ZdK festgelegten Spielregeln geben kann und dass diejenigen, die die Positionen der katholischen Kirche vertreten, nicht als Fundamentalisten und Traditionalisten abqualifiziert werden können. Immerhin gibt es bei einer Frage, bei der es um fundamentale Entscheidungen geht, keine zwei katholischen Antworten. Wenn die Antwort der Kirche feststeht, aber nicht anerkannt wird, ist dieses „Ringen um die Wahrheit“ eben doch nichts anderes als die Anpassung an so genannte „Lebenswirklichkeiten“, weil man nicht anecken möchte.

Glück konstatiert: „In den kommenden Jahren entscheidet sich, ob wir eine Kirche werden, die sich auf den heiligen Rest beruft, oder eine Kirche, die weiter unter den Menschen präsent ist“. Diese gut klingenden Formulierungen sind uns bekannt. Ist aber der Zustand der „kleinen Herde“ nicht schon erreicht, wenn nur mehr 10% der Katholiken regelmäßig die Sonntagsmesse besuchen? Würde das volle sakramentale Leben, z. B. mit dem Bußsakrament, zum Maßstab genommen, würde die Zahl, nach glaubwürdigen Schätzungen, auf rund 4% schrumpfen. Das müsste doch für Glück Anlass sein, die Neuevangelisierung als Topthema des ZdK auszurufen.

Glück nennt als wichtige Zukunftsthemen des ZdK den demographischen Wandel. Der Rückgang der Geburtenzahlen datiert seit Ende der 60er Jahre. Diese Entwicklung ist anscheinend unbeachtet am ZdK vorübergegangen. Dieser demographische Wandel hat vor allem damit zu tun, dass an jedem Werktag in der Bundesrepublik ca. 1000 Kinder abgetrieben werden. Hier fehlt uns ein Wort von Glück, das ZdK werde alles Mögliche tun, die jetzige gesetzliche Regelung zu ändern. Glück spricht weiter, von der „Zukunftsfähigkeit des Sozialstaates angesichts massiver Verteilungskonflikte“. Die größte soziale Ungerechtigkeit besteht aber seit Jahrzehnten gegenüber den Familien mit Kindern, die so weit geht, dass das Bundesverfassungsgericht die steuerliche Freistellung des Existenzminimums für Familien mit Kindern fordert. Glück spricht außerdem vom „zukunftsfähigen Lebensstil“. Glück hätte hier hinzusetzen können, dass diese Gesellschaft nur dann eine Überlebenschance hat, wenn sie zu großen Opfern, Verzichten und allseitigen Einschränkungen bereit ist.

Zum Schluss seiner Rede fordert Glück, der seit langem prominentes Mitglied dieses ZdK ist, eine Bestandsaufnahme des Laienkatholizismus. Eine solche kann ehrlicherweise nur defizitär ausfallen. Man könnte auch fragen: Wenn das ZdK heute aufgelöst werden würde, wer würde das außer den Funktionären wahrnehmen? Das ist bedauerlich, nicht wegen des ZdK an sich, sondern wegen der Katholiken, die eine wirksame Vertretung in Gesellschaft und Politik bräuchten, zumal frühere Bündnispartner wie die CDU/CSU, als solche immer mehr ausfallen.

Das ZdK müsste einen völligen Kurswechsel vornehmen, wenn es wieder eine Vertretung der deutschen Katholiken werden möchte. Danach sieht es nach der Bewerbungsrede des gewählten ZdK-Präsidenten nicht aus.

Prof. Dr. Hubert Gindert

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